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Foto: Gras

9.10.11
Aktuelles, Pressemitteilung:

FrauenZukunftsFest: Jetzt erst recht - Das ist unsere Kirche

München. 8.10.2011. Solange eine Kinderpflegerin weniger Geld verdient als ein Tierpfleger - solange die Pflege von alten Menschen meist Frauen überlassen bleibt und zu Altersarmut führt - solange langgediente ehrenamtlich engagierte Frauen den jungen Kaplan fragen müssen, ob sie eine Andacht halten dürfen - solange am Tisch der Politiker so wenige Frauen sitzen, solange wird der Frauenbund notwendig bleiben, so fasst Elfriede Schießleder, die Landesvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), die zentralen Botschaften des FrauenZukunftsFestes am Samstag in München zusammen. Der Bayerische Landesverband des KDFB feierte mit 1.500 Gästen in den Räumen des Bayerischen Rundfunks (BR) in München sein 100. Gründungsjubiläum.

Die Publikumsräume des BR in der Stadtmitte von München glichen einem brummenden Bienenstock. 1.500 Frauen waren zum FrauenZukunftsFest gekommen, wollten spüren, was es heißt, zur großen Gemeinschaft Frauenbund zu gehören. Als echten Glücksgriff bezeichnete die KDFB-Landesvorsitzende Elfriede Schießleder die Kooperation von Frauenbund und Bayerischem Rundfunk, vertreten durch Hörfunkdirektor Johannes Grotzky.

Nach den offen gebliebenen Fragen beim jüngsten Papstbesuch in Deutschland zeigten sich die KDFB-Frauen kämpferisch: "Jetzt erst recht! Das ist unsere Kirche", rief die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Katholiken und Frauenbund-Frau Claudia Lücking-Michel den Frauenbund-Frauen zu: "Das ist nicht die Kirche der Männer, die Kirche einiger Kleriker oder Vertreter der Amtskirche."

Die Privatwirtschaft bleibt eine Diaspora in Bezug auf Gleichberechtigung. Professorin Sonja Munz von der Hochschule München: "Da hat sich nichts getan. Besonders schlecht steht es um weibliche Führungskräfte in Branchen, in denen traditionell überwiegend Frauen arbeiten, wie die Dienstleistungsbranche. Dort ist der niedrigste Anteil von Frauen unter Führungskräften zu finden." Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aschaffenburg, Hiltrud Höreth, ist sicher: "Wenn wir etwas für die Frauen tun wollen, müssen wir das Bewusstsein der Männer verändern. Wir brauchen familienfreundliche Arbeitsmodelle, die zu Lebensmodellen passen."

Auch beim Thema Pflegezeitgesetz wollen die KDFB-Frauen ihr politisches Gewicht in die Waagschale werfen: "Wir müssen laut werden und Forderungen stellen", so die Autorin Ilse Biberti. Erfahrungsberichte zeigten, dass die Situation von pflegenden Angehörigen unhaltbar ist und eine neue Altersarmut von Frauen droht. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher machte deutlich: "Pflegende Angehörige, die keine Leistungen der Pflegeversicherung beziehen, erhalten keine Beiträge für die Rentenversicherung."

Die Werke des Frauenbundes, die Diözesanverbände und Kommissionen haben unterschiedlichste Beiträge geleistet zum Fest. So wurde das Programm zur Kür des größten Frauenverbandes Bayerns - angefangen beim Gesundheitsgespräch mit Marianne Koch. Die Gemeinschaft Frauenbund wurde zum Erlebnis beim gemeinsamen Singen, Tanzen und Diskutieren.

Der Bayerische Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes wurde am 6.12.1911 von Ellen Ammann gegründet. Er hat 180.000 Mitglieder, ist in acht Diözesanverbänden und 1.600 Zweigvereinen in Bayern und der Pfalz organisiert und damit der größte Frauenverband Bayerns. Er ist ein Lobby- und Bildungsverband.

Redaktion: Ulrike Müller-Münch

Fotos vom FrauenZukunftsFest am 8. Oktober 2011

Mitschnitt der Podiumsdiskussion zum Thema "Frauen und Kirche"