
Landesvorsitzende Elfriede Schießleder (li.) und Landtagspräsidentin Barbara Stamm beim Festakt im Bayerischen Landtag (Bild: Sankt Michaelsbund)
Der Katholische Frauenbund in Bayern hat am Dienstag sein 100. Gründungsjubiläum mit einem Festakt im Bayerischen Landtag gefeiert. Landtagspräsidentin Barbara Stamm lobte in ihrer Festrede das Engagement des Frauenbundes für Chancengleichheit.
Es gebe keinen gesellschaftspolitischen Bereich, den der Frauenbund in den letzten hundert Jahren nicht angepackt hätte, so Stamm im Münchner Kirchenradio. "Frauenbund-Arbeit war immer zeitgemäß, immer den Situationen angepasst". Angefangen von der Flüchtlingsbetreuung in der Nachkriegszeit bis hin zu genügend Kinderbetreuungsplätzen in der heutigen Zeit. Besonders die politische Bildung von Frauen habe sie selbst als Mitglied im Frauenbund begeistert. Das Heimatgefühl, das die Vereinigung vermittle, habe sie zudem angesprochen. Der Frauenbund müsse auch in Zukunft die katholischen Frauen ermutigen, "sich in allen Bereichen unserer Gesellschaft zu engagieren". Das gelte vor allem für die Politik, wo die Frauen aktiv mitmachen sollten, so die CSU-Politikerin.
Die Landesvorsitzende des Frauenbundes, Elfriede Schießleder, forderte im Münchner Kirchenradio die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer. Sie kämpfe gerne dafür, "dass die Männer auch mehr Zeit für Familien haben", so Schießleder am Rande des Festakts. In der katholischen Kirche müsse Schluss sein mit der "Schmalspur-Beteiligung" für Frauen. "Es gibt so viele Ämter und Leitungsfunktionen, die in keiner Weise an ein Amt gebunden sind, und bei einer Frau sehr gut verankert wären, weil die ja auch den praktischen Hintergrund hat", so Schießleder weiter.
Der Bayerische Landesverband des Katholischen Frauenbundes wurde vor 100 Jahren von Ellen Ammann in München gegründet. Ammann wurde als eine der ersten Frauen 1919 für die Bayerische Volkspartei in den Landtag gewählt. (alb/ph)
Quelle: Münchner Kirchenradio (Hier können Sie auch die Interviews mit Barbara Stamm und Dr. Elfriede Schießleder nachhören.)