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18.07.13
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KDFB kritisiert Kopfgeldprämien für Arbeitskräfte im Pflegebereich

München. 18.07.2013. Wer einen ordentlichen Lohn zahlt, braucht nicht mit Kopfgeldprämien Arbeitskräfte anwerben. Da ist sich Elfriede Schießleder, die Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes des Katholischen Deutschen Frauenbundes, sicher. In der Diskussion um den Pflegenotstand sagt die Vorsitzende des größten Frauenverbandes in Bayern: "Eine Arbeitsstelle mit nachhaltiger Perspektive für berufliche Entwicklung und ein ordentliches Einkommen für eine Familie reichen aus, um auch diesem Bereich Attraktivität zu verleihen."

Es sei ein Unding, jetzt dem Notstand an Arbeitskräften im Pflegebereich mit Kopfgeldprämien zu begegnen, so Schießleder. Solche Methoden zur Rekrutierung von Arbeitskräften seien ein Offenbarungseid für jahrzehntelange verfehlte Tarifpolitik.

Nach Ansicht des Frauenbundes entsprechen die Einkommen im sozialen Bereich - unabhängig von Betreuung am Lebensanfang oder am Lebensende - in keiner Weise der langen Ausbildung und hoch anspruchsvollen Tätigkeit dieser Fachkräfte. Das sei einer der Gründe, warum in diesen Arbeitsgebieten nicht ausreichend Kräfte zur Verfügung stehen. Angesichts der demographischen Entwicklung müsse es darum gehen, dass sich der Lohnabstand zwischen produzierendem Gewerbe und Care-Berufen verringere, fordert Schießleder. Wenn mit einer Vollzeitstelle im Care-Bereich ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen wäre und Aufstiegschancen gegeben wären, würde es vermutlich gar keinen Notstand geben.

Der Frauenbund setzt sich seit vielen Jahren für eine leistungsgerechte Vergütung der Pflege- und Gesundheitsberufe ein und für die monetäre Berücksichtigung der für das Berufsfeld notwendigen emotionalen, sozialen und medizinisch-technischen Kompetenzen. Er hat in Bayern und der Pfalz mehr als 180.000 Mitglieder.

Redaktion: Ulrike Müller-Münch