Die Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes, Elfriede Schießleder, ist mit dem Versprechen der deutschen Wirtschaft, den Anteil der weiblichen Führungskräfte freiwillig auf bis zu 35 Prozent zu erhöhen, nicht zufrieden.
Nur die Quote bringe den Frauen Beteiligungsgerechtigkeit, so Schießleder im Münchner Kirchenradio. Man halte deshalb an der Forderung nach einer gesetzlich vorgeschriebenen Quote von 50 Prozent fest. Frauen und Männer seien beide ein Abbild Gottes und damit gleichberechtigt. Bislang gebe es Gleichberechtigung aber nur auf dem Papier. Mit dem Instrument der Quote könne sich Gleichberechtigung auch in Führungspositionen widerspiegeln, so Schießleder. Zwar gebe es in verschiedenen Bereichen weniger Frauen als Männer. Dennoch habe man mittlerweile mehr Abiturientinnen als Abiturienten, und viele Studentinnen verließen die Universitäten mit einem besseren Abschluss als Männer. Hier stelle sich die Frage, "wo diese Frauen hinverschwunden sind". Die Theologin forderte mehr Phantasie bei der Schaffung von Strukturen, bei denen die unterschiedliche Welten von Männern und Frauen wahrgenommen werden. Gebe es eine Männerquote in Pflegeberufen oder Kindertagesstätten, "dann würde die Quote in den Führungsetagen ganz von selber kommen", so Schießleder weiter.
Vertreter der deutschen Dax-Konzerne hatten in einem Spitzengespräch mit der Bundesregierung angekündigt, den Frauenanteil in Führungspositionen bis 2020 auf bis zu 35 Prozent erhöhen zu wollen. Die freiwillige Vereinbarung wird als Sieg von Familienminsterin Kristina Schröder gewertet, die eine feste Quote ablehnt. In der Bundesregierung gibt es zur Frauenquote keine einheitliche Linie. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen schließt eine gesetzliche Regelung nicht aus. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger lehnt eine Einmischung der Politik in dieser Frage kategorisch ab. (ph)
Das Interview mit Dr. Elfriede Schießleder im Münchner Kirchenradio können Sie hier nachhören.
Quelle: Münchner Kirchenradio