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Foto: Bardehle

1.03.11
Aktuelles, Pressemitteilung:

Internationaler Frauentag: KDFB prangert Benachteiligungen an

München, 01.03.2011. Am 8. März 2011 feiert der Internationale Frauentag sein 100-jähriges Bestehen in Deutschland. Seitdem hat sich viel getan - aber noch nicht genug, wie der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) immer wieder feststellt. Die Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes des KDFB, Elfriede Schießleder, sieht vor allem einen Interessenkonflikt: "Zwar besteht auf dem Papier die Gleichberechtigung, aber die konkrete Umsetzung wird dann lückenhaft, wenn Frauen ihren Weg mit Familie gehen, verbunden mit Kindern, Haushalt und Pflege. Deshalb muss ein Interessensverband wie der Frauenbund weiterhin Benachteiligungen anprangern und die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft zur Beendigung von Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern auffordern."

 

KDFB fordert höheren Frauenanteil in Parlamenten

Ellen Ammann, die Gründerin des Bayerischen Landesverbandes des KDFB, sei eine der ersten Frauen im Bayerischen Landtag gewesen, doch noch immer sei der Anteil der Frauen in den Parlamenten viel zu niedrig, meint Schießleder. "Dabei können Frauen in Staat und Kirche immens viel einbringen und wesentlich zu einer positiven Entwicklung unserer Gesellschaft beitragen. Aber die Möglichkeiten dazu bleiben beschränkt. Für einen durchgreifenden Einfluss auf Regeln und Entwicklungen ist bisher eine ganz bestimmte Lebensform Bedingung, die der von Männern entspricht: Erwerbstätig sein und das auch noch ohne zeitliche Begrenzung", so Schießleder.

 

Unbezahlte Arbeit soll ins Bruttosozialprodukt einfließen

"Lebens- und Arbeitsformen wie Familie, häusliche Pflege, Erziehungsaufgaben und Ehrenamt werden solange nicht in ihrer staatstragenden Bedeutung gewürdigt, so lange sie keine Aufnahme in die wirtschaftlichen Kennzahlen wie das Bruttosozialprodukt finden." Schießleder greift damit eine Forderung des KDFB aus dem Jahr 2005 auf. "Ich fürchte, erst wenn auch Fürsorge-Aufgaben und unbezahlte Arbeit in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung einfließen, ändert sich etwas an den mangelnden Perspektiven für Frauen."

 

KDFB fordert bessere Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt

Der mit 190.000 Mitgliedern größte Frauenverband Bayerns findet es unverständlich, dass es in Deutschland nicht gelingt, die Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt deutlich zu verbessern und gerechte Löhne zu zahlen. Für Frauen sei es nicht länger hinnehmbar, dass sie immer noch weniger verdienen als Männer, obwohl sie dieselbe Arbeit verrichten und außerdem gut ausgebildet sind. Ebenso sollten mehr Frauen als bisher verantwortungsvolle Aufgaben und Leitungsfunktionen in Unternehmen erhalten. Der KDFB fordert eine flexible Arbeitswelt mit Arbeitszeitoptionen, die sich stärker am Lebensverlauf der Erwerbstätigen orientieren und Fürsorgeverpflichtungen selbstverständlich berücksichtigen. Auch die Abschaffung von Minijobs hält der KDFB für notwendig, denn sie sind mit biografischen Nachteilen verbunden und tragen zu einer späteren Altersarmut der Frauen bei.

Redaktion: Ulrike Müller-Münch

Pressemitteilung des Bundesverbandes des KDFB zum Internationalen Frauentag