München, 23.03.2011 Noch immer verdienen Frauen in Deutschland durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer - in Bayern sogar 24 Prozent. Ein wesentlicher Grund für diese Ungleichheit liegt in den familienbedingten Erwerbsunterbrechungen wie Erziehungs- oder Pflegezeiten. Darauf weist Elfriede Schießleder, die Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), anlässlich des Equal Pay Day hin.
Aus dieser Schädigung von Frauen wird eine neue Dimension der Altersarmut bei Frauen entstehen. Einen weiteren Grund für die drohende weibliche Altersarmut sieht Schießleder in der geringen Bezahlung in sozialen Berufen. Sie weist darauf hin, dass in Bayern Kinderpflegerinnen um durchschnittlich 500 Euro weniger verdienen als Tierpflegerinnen.
Drohende Altersarmut
Erwerbsunterbrechungen, Teilzeit- oder Minijobs: All dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Altersversorgung von Frauen, sichert aber notwendige Gesellschaftsarbeit. "Das ist der Lohn für Frauen, wenn sie ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen oder vorübergehend einschränken zugunsten von Familien-, Alten- und Pflegearbeit", betont die Vorsitzende des größten bayerischen Frauenverbandes. "Diese Diskriminierungen müssen so schnell wie möglich beendet werden, denn sie beeinträchtigen die Zukunftsperspektiven von Frauen und verhindern Geschlechtergerechtigkeit in unserer Gesellschaft", so Elfriede Schießleder.
Bei jungen Frauen und Frauen ohne familiäre Verpflichtungen fällt der Gehaltsunterschied geringer aus. "Wer das aber verallgemeinert und als Tendenz darstellt, der missachtet die gesellschaftliche Leistung von unbezahlter Familienarbeit und das zu gering entlohnte Engagement in sozialen Berufen." Elfriede Schießleder glaubt nicht, dass die Lösung darin liege, Mädchen nur noch in gut bezahlte Jobs sogenannter MINT-Bereiche zu positionieren.
Frauenbund fördert Wiedereinsteigerinnen
Der Frauenbund hat sich deshalb mit dem Projekt "Einstieg - Umstieg - Aufstieg" die Förderung von Wiedereinsteigerinnen zu seiner Aufgabe gemacht und fordert bessere Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege beziehungsweise Erziehung.
Postkartenaktion zum Equal Pay Day
Der KDFB ruft seine 190.000 Mitglieder und alle Frauen auf, bei der Postkartenaktion zum Equal Pay Day mitzumachen. Bis zum 15. April 2011 können Frauen ihre Wünsche für eine tatsächliche Gleichstellung und eine gleichwertige Entlohnung von Frauen und Männern an den KDFB-Bundesverband schicken. Dort werden diese gesammelt und an Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben. Mehr Informationen dazu unter: www.frauenbund.de. Bestellung der kostenlosen Postkarten gegen Erstattung der Portokosten unter: bundesverband{@}frauenbund.de.
Die Diözesanverbände des Bayerischen Landesverbandes des KDFB beteiligen sich mit zahlreichen Aktionen am Equal Pay Day. Nähere Informationen dazu hier.
Redaktion: Ulrike Müller-Münch, Tel. 089/28 621 721 (auch Rückfragen )