Immer noch Realität: Frauen verdienen in Deutschland knapp 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen - und das, obwohl sie zumindest gleich oder sogar besser qualifiziert sind. Um auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, finden seit 2008 Aktionen am Equal Pay Day (Tag für gleiche Bezahlung) statt.
Bei der deutschen Premiere des Equal Pay Day 2008 nahmen bundesweit 6.000 Frauen und Männer an rund 40 Aktionen und Veranstaltungen in 25 Städten teil. 2011 zählten die Organisatorinnen bereits mindestens 90.000 Frauen und Männer, die sich an rund 370 Veranstaltungen in 250 Städten und Gemeinden beteiligten.
Schwerpunkt des diesjährigen Equal Pay Days ist das Thema "Lohnfindung". Der KDFB als größter bayerischer Frauenverband beteiligt sich am Equal Pay Day mit dem Slogan "Das ist doch zum in die Luft gehen! - Tag für gleiche Bezahlung". Damit bringen KDFB-Frauen ihren Ärger über die ungleiche Bezahlung zum Ausdruck und machen klar: Wir nehmen diese Benachteiligung im Erwerbsleben nicht länger hin.
Warum wird genau am 23. März 2012 protestiert?
Jedes Jahr wird errechnet: Bis zu welchem Tag im Jahr müssen Frauen arbeiten, um im Durchschnitt das gleiche Gehalt zu bekommen wie Männer bis zum Ende des Vorjahrs. 2012 ist dieser Stichtag der 23. März - das bedeutet immerhin 82 Tage mehr arbeiten! Initiiert wurde der Equal Pay Day (EPD) in Deutschand 2008 vom Frauennetzwerk "Business and Professional Women" (BPW), das diese Idee aus den USA aufgriff.
Equal Pay Day - was soll erreicht werden?
Langfristig geht es natürlich darum, dass der Grundsatz "Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit!" endlich auch für Frauen gilt. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn die Arbeitnehmerinnen selbst sowie Öffentlichkeit und Medien für das Thema sensibilisiert werden. Erst dann werden letztlich auch Wirtschaft und Politik reagieren.
Warum gibt es diese Lohnungleichheit?
Entgeltungleichheit hat viele Ursachen. Frauen fehlen nicht nur in bestimmten Berufen, Branchen und auf den höheren Stufen der Karriereleiter. Sie unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger familienbedingt als Männer, was im Lebensverlauf zu deutlichen Lohneinbußen führt. Tätigkeiten, die als typische Frauenberufe gelten und vorwiegend von Frauen ausgeübt werden, werden in individuellen und kollektiven Lohnverhandlungen schlechter bewertet und bezahlt.
Welche Rolle spielt die rote Farbe beim EPD?
Frauen tragen als Zeichen des Protests am Equal Pay Day eine rote Tasche und rote Accessoires (Schuhe, Schal, Anstecker und mehr). Rote Taschen stehen für rote Zahlen und dafür, dass Frauen am Ende des Monats weniger in der Tasche haben als Männer
Wie kann eine Aktion aussehen?
2011 fanden bundesweit 370 Veranstaltungen zum Equal Pay Day statt. Dabei reichte die Bandbreite vom Informationsstand bis zur Frauenfilmnacht und hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion. Auch der KDFB war mit unterschiedlichen Kooperationspartnern vertreten. Sie können sich unter www.equalpayday.de in der Rubrik "Aktionen konkret" einen Überblick verschaffen
Frauenbund-Materialien
"Das ist doch zum in die Luft gehen!"
Einen Riesen-Ballon (1,20 Meter Durchmesser!) mit dem Aufdruck "Das ist doch zum in die Luft gehen!" (ohne Logo, damit er auch bei gemeinsamen Aktionen mit anderen Organisationen verwendet werden kann) können Sie bis 15. Februar 2012 zum Preis von 20 Euro/Stück bei Ingrid Krist bestellen. Er wird bis zum Equal Pay Day geliefert. Geben Sie bei Ihrer Bestellung bitte unbedingt die komplette Lieferadresse und die Stückzahl an.
Den Flyer und das Plakat können Zweigvereine über das Bestellportal für Druckmaterialien oder über ihren Diözesanverband beziehen. Bezugsquellen für weiteres EPD-Material: Die typische rote Tasche, Schirme, Banner, Logos, Fotos und Info-Materialien erhalten Sie im Equal-Pay-Day-Büro bei Dagmar Schwarz per Mail unter d.schwarz{@}equalpayday.de oder telefonisch unter 030 31170517.
Darin sind sich alle Initiatorinnen einig: Das Schlimmste ist, den Equal Pay Day einfach zu ignorieren. Allein schon eine Gruppe von Frauen, die mit roten Taschen durch den Ort marschiert, Plakate aufhängt und Flugblätter verteilt, erweckt Aufmerksamkeit. Kombiniert mit der einen oder anderen Idee aus dieser Ausgabe, stellen Sie mit Ihrem Zweigverein eine gelungene Veranstaltung auf die Beine. Dabei sein und mitmachen!
Hauptsache auffallen!
Es braucht kein großes Budget, um Menschen für ein Thema zu sensibilisieren. Einfallsreichtum und Engagement sind wichtiger als perfekte Werbematerialien. Um einen Infostand ins rechte Licht zu rücken, genügen zum Beispiel Akzente in der Farbe Rot oder prägnante Accessoires. Besonders auffällig ist der knallrote Riesen-Ballon, den Sie beim Landesverband bestellen können. Er hat einen Durchmesser von 1,20 Meter (das entspricht einem Umfang von mehr als drei Metern) und wird mit Gas gefüllt, das Sie in jedem Baumarkt bekommen.
Tipp: Den Ballon extrem gut befestigen, damit er nicht mit dem Stand davonfliegt!
Einfacher wird es mit Kooperationspartnerinnen
Allein eine Aktion auf die Beine zu stellen ist viel Arbeit. Erkundigen Sie sich vor Ort. Oft planen Gleichstellungsbeauftragte, Vertreterinnen von Gewerkschaften, Parteien, Verbänden (zum Beispiel KAB, Kolping) und Firmen schon eine Veranstaltung. Dann können Sie sich mit Ihrem Zweigverein "anhängen". Es lohnt immer, sich in der heimischen "Geschäftswelt" umzuhören. Manchmal ist es gar nicht so schwer, dort einen Sponsor zu finden, der Sie zumindest finanziell unterstützt.
Ideen zum Equal Pay Day
Hinweis: Die Faltblätter zur Aktion können selbstverständlich auch bei anderen Veranstaltungen ausgelegt werden.
Der Bundesverband des KDFB veranstaltet am 23. März 2012 gemeinsam mit dem Verband deutscher Unternehmerinnen in Berlin die Fachtagung "Einstieg, Umstieg, Aufstieg! - Mit Mentoring zum Wiedereinstieg".
Einladung zur Fachtagung "Einstieg, Umstieg, Aufstieg! - Mit Mentoring zum Wiedereinstieg"
Der Diözesanverband Augsburg macht zum Equal Pay Day in der Augsburger Innenstadt einen Informationsstand mit Kaffeeausschank (Coffee stop).
Im Diözesanverband Bamberg sind an folgenden Orten KDFB-Aktionen zum Equal Pay Day geplant: Am Berufsschulzentrum Scheinfeld wird es am 23. März 2012 von 12 Uhr bis 13:30 Uhr einen Infotisch und eine Luftballonaktion geben. In Herzogenaurach machen KDFB-Frauen ab 09:30 Uhr im Innenhof vor dem Rathaus mit einem Konzert mit Kochlöffeln und Töpfen auf die Lohnungleichheit aufmerksam. In Bamberg beteiligt sich der Diözesanverband von 16 Uhr bis 18 Uhr an einem Infotisch und einer Luftballonaktion in der Fußgängerzone (Am Gabelmann). In der Forchheimer Fußgängerzone wird es ebenfalls von 10 Uhr bis 17 Uhr einen Infotisch und eine Luftballonaktion unter Mitwirkung des KDFB geben.
Der Diözesanverband Eichstätt lädt in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle des Landkreises Roth und dem KAB Kreisverband Neumarkt/Hilpoltstein am Freitag, 23. März 2012, zu einem Infostand auf dem Bauernmarkt in Hilpoltstein ein. Von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr kann man sich bei einer Tasse fair gehandelten Kaffees über die Ursachen der Lohnungleichheit informieren. Auch die Beratungsstelle des VerbraucherService Bayern in Ingolstadt informiert in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Ingolstadt, dem Zweigverein Gerolfing und den KDFB-Bezirksleiterinnen über den Equal Pay Day. Die Aktion findet von 11.00 bis 14.00 Uhr in der Fußgängerzone in der Nähe des Modehauses Mayr statt.
Bericht über den KDFB-Stand des DV Eichstätt am Equal Pay Day
Der Diözesanverband München-Freising unterstützt den Aktionstag "Frauen, es geht um Euer Geld!", der am 23.03.2012 in München stattfindet. Nähere Informationen dazu unter http://www.bpw-muenchen.de/downloads/epdflyer2012.pdf
Vom Diözesanverband Passau wird es am 23. März 2012 einen informationsstand bei der Passauer DreiländerMesse geben. Der große Riesenballon und eine Stelzenläuferin werden auf die "Frauen in Rot" aufmerksam machen. Um 14 Uhr ist eine Podiumsdiskussion geplant. In Hauzenberg gibt es am 24.03.2012 einen KDFB-Infostand von 9 Uhr bis 13 Uhr am Marktplatz.
In der Diözese Würzburg sind etliche KDFB-Zweigvereine in Kooperationen vor Ort (zum Beispiel mit KAB, Gewerkschaften) mit einem Stand am Einsatz. In Würzburg wird das Aktionsbündnis zum Equal Pay Day am Sternplatz (Fußgängerzone) am 23. März 2012 von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr mit einem Infostand und weiteren Maßnahmen aktiv sein. In Schweinfurt wird am Samstag nach dem Equal Pay Day, also am 24.03.2012, das Frauenplenum Schweinfurt mit Standaktionen in der Nähe des Marktplatzes (Spitalstr.) von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr vertreten sein.


Passend zur Faschingszeit hat die stellvertretende Landesvorsitzende Walburga Wittmann einen Sketch und ein Lied zum Equal Pay Day verfasst. Falls Sie Interesse an diesem Sketch haben, können Sie ihn hier kostenfrei beziehen.