12.05.2010
"Viele fleißige Helferinnen haben beim Aufbau im Messezentrum München-Riem mitgeholfen. Jetzt können wir sagen: Der KDFB-Stand I 08 in der Halle B5 steht! Unser Stand besticht durch seine markanten farbigen Tücher an den Wänden. Wir sind "(Spalier-)Wand" an "(Spalier-)Wand" mit dem Deutschen Evangelischen Frauenbund. Was heute noch fehlte, sind die Leute, die vorbei kommen, neugierig schauen - und sich über den KDFB informieren lassen.
Beim "Abend der Begegnung" in der Münchner Innenstadt dagegen war richtig etwas los: Das Wetter hat gehalten, obwohl die Wolken sehr schwarz am Himmel standen. Aber das Motto des ÖKT heißt ja: "Damit ihr Hoffnung habt...". Viele tolle Stände waren aufgebaut - auch der KDFB war in der Sendlinger Straße mit dem DV München, dem DV Augsburg und dem DV Regensburg vertreten. Die Landfrauenvereinigung war in der Brienner Str. zu finden - fast daneben befand sich der Stand des Passauer KDFB.
Das "Highlight" für mich war der Auftritt des Singkreises Ergoldsbach unter der Leitung von Maria Wittmann. Er brachte eine gelungene Mischung aus traditionellen und neu interpretierten Liedern auf die Bühne "Niederbayern/Oberpfalz" am Wittelsbacher Platz. Beschwingt und flott zauberten die Frauenbund-Frauen ein Lächeln auf die Gesichter der ZuhörerInnen - ganz wie Maria Wittmann es sich gewünscht hatte!"
13.05.2010
Heute ist der ÖKT "richtig" losgegangen! - Mit Veranstaltungen, Workshops, Ständen im Messegelände. Und der KDFB ist mitten drin: in der Halle B 5 am Stand I 08 (Ausgang Messestadt-Ost)! In dieser Halle, einem Teil der so genannten "Agora", sind alle Gruppen und Verbände vertreten, die sich Ökumene-Interessierten vorstellen wollen - und das waren heute eine ganze Menge. KDFB-Frauen aller Ebenen (Bundes-, Landes-, Diözesanebene und Frauen aus Zweigvereinen) waren ins Gespräch vertieft. Unsere Karten-Aktion "Ökumene ist für mich..." lief sehr gut an. Mit ihr wollen wir Ökumene sichtbar machen. Den Münchner Weihbischof Bernhard Haßlberger konnten wir ebenso dafür gewinnen wie die Münchner Landrätin Johanna Rumschöttl.
Nachmittags war ich im Frauenzentrum in Haidhausen (dorthin kommt frau sehr gut mit der U-Bahn bis Max-Weber-Platz, dann ist es zu Fuß nicht mehr weit). Der KDFB konnte dort die alt-katholische Priesterin und Professorin Angela Berlis aus Bern und die evangelisch-lutherische Dekanin Dorothea Richter aus Kronach zum Workshop "Königinnen, Priesterinnen, Prophetinnen. Frauen und Ämter in den Kirchen?" begrüßen. Vorbereitet wurde dieser Workshop von Maria Hollering-Hamers, Claudia Nietsch-Ochs und mir. - Wichtige Statements waren, dass Frauen nicht fragen müssen, was sie "dürfen". Nein! Wichtig ist es, dass wir unsere eigenen Räume und Rollen finden und sie besetzen. Das heißt dann auch, dass Macht durchaus positiv gesehen werden und auch so genutzt werden kann. Ein Fazit dieser voll besetzten Veranstaltung war, dass wir Frauen uns solidarisieren müssen, um GEMEINSAM für das einzutreten, was uns
wichtig ist - über alle Konfessions- und Kirchengrenzen hinweg!
Der krönende Abschluss dieses Tages war für mich am Abend der Frauengottesdienst zum Thema "Vor uns die Sintflut? Mit der Erde leben - Gottes Bund trauen" im Dom. Vorbereitet wurde dieser Gottesdienst vom Christinnenrat und dem Weltgebetstag der Frauen. Vom KDFB war Vizepräsidentin Marcella Hien beteiligt. Weihbischof Engelbert Siebler betonte in seinem Grußwort, wie sehr es ihn freue, dass die Frauenkirche so voll sei und überbrachte herzliche Grüße vom Münchner Erzbischof. In der ZeitAnsage benannte Dr. Alberte Bondeau (Wissenschaftlerin am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung) die Auswirkungen des Klimawandels sehr eindrücklich.
Die ehemalige Landesbischöfin Margot Käßmann ließ dann eine mitreißende Predigt folgen, in der sie unter anderem überlegte, dass in der Arche Noah (obwohl nicht namentlich benannt) sicherlich außer den Männern des neuen Bundes auch FRAUEN dabei waren; denn: Wer hätte sonst dort gekocht, gewaschen und alle anderen Dinge des Alltags erledigt?! Trotz aller Probleme und trotz aller Unzulänglichkeiten dürfen wir darauf vertrauen, dass Gottes Bund uns ALLEN gilt.
In der U-Bahn fuhr ich dann mit ziemlich vielen anderen nach Hause. Immer noch im Ohr habe ich zwei Lieder: "Groß sein lässt meine Seele dich, Gott" und "Somewhere over the rainbow".
14.05.2010
Gestern waren schon ziemlich viele Menschen im Messegelände und auch an unserem Stand I 08 in Halle B5. - Aber das war gegen heute noch gar nichts. Wir haben uns nur gewundert, wo all die Menschen herkommen.
Den spirituellen Impuls (jeden Tag um 10.30 Uhr) habe ich heute leider verpasst, weil ich ein bisschen später dran war - dafür hatte ich meine Tochter im Schlepptau. Und nicht nur ich: Einige unserer ehren- und hauptamtlichen KDFB-Frauen hatten heute auch ihre Töchter (und Enkelinnen) dabei!
Wieder nutzten viele unseren Stand, um sich zu treffen, sich sehen zu lassen und Kontakte zu pflegen. Unsere Landesvorsitzende Dr. Waltraud Deckelmann hat bestimmt zwei Stunden lang gesagt: "Jetzt gehe ich mal..." - Aber es wurde nichts daraus, weil immer wieder jemand da war, der mit ihr ins Gespräch kommen wollte. Ich habe zum Beispiel Maria Eichhorn gesehen, Abt Johannes Eckert OSB von Andechs und Franz Müntefering - und das war nur ein ganz kleiner Ausschnitt all der "Promis", die sich (angemeldet oder spontan) bei uns haben blicken lassen! - Es tut gut zu sehen, dass der KDFB in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird! Ganz besonders schön fand ich es, dass auch unsere ehemaligen Landesvorsitzenden Ortrud Ode und Luise Rogowsky heute den Weg zum ÖKT und zu uns gefunden haben. Am Nachmittag wurde das Projekt des Bundesverbandes "Einstieg. Umstieg. Aufstieg" vorgestellt.
Nach meinem "offiziellen" Stand-Dienst bin ich schnell noch zu unserem KDFB-Kaffee-Stand in die Halle B6 I 11 gegangen, um mich mit einer wohlschmeckenden Tasse fair gehandelten Kaffee auf den noch lange währenden Nachmittag und Abend vorzubereiten. Gisela Niklas-Eiband hält dort die "KDFB-Fahne" hoch - mit ihr am Stand ist auch das Projekt des VerbraucherService "fürs klima. unsere ernährung. Klimaschutz schmeckt - Brotaufstrich mal anders". Auch dort war viel los!
Anschließend bin ich durch die ungezählten Stände der Agora gewandert und habe gestaunt, was und wen es alles gibt! Da war ich dann schon ziemlich ermattet. Erst ein Besuch bei der (riesigen) ÖKT-Buchhandlung hat mich (als Bücherwurm) wieder munter gemacht.
Zum Abschluss des Tages bin ich in die Matthäus-Kirche, um ein Konzert der Studiogruppe Baltruweit anzuhören. - Mir hat es gut getan: zu sitzen, zu hören, in die Klänge einzutauchen.
Umgeben von vielen hunderten ÖKT-Besuchern bin ich dann nach Hause gefahren und wundere mich immer noch: So schnell vergehen diese Tage - das hätte ich nicht gedacht!
15.05.2010
Kaum zu glauben: Heute ist schon Samstag - also der letzte Tag, an dem die Hallen im Messegelände geöffnet sind. Der Diözesanverband München-Freising hatte heute seinen "Präsentationstag": Dieser begann mit einem spirituellen Impuls - und endete kurz vor Schluss mit der Vorstellung des Familienpflegewerks durch Frau Tyroller.
Wir vom Frauenbund hatten heute außerdem noch einen wichtigen ökumenischen Punkt: Von 11 bis 12 Uhr konnten der Katholische und der Deutsche Evangelische Frauenbund auf der Bühne in Halle B 5 drei für uns wichtige Frauen vorstellen. Da hieß es dann "Gestatten: Ammann - Ellen Ammann!" bzw. "Gestatten: Stein - Edith Stein!" oder "Ich bin Käthe Rohleder!" - Wer sind bzw. waren diese drei Frauen? Ellen Ammann ist die Gründerin des Bayerischen Landesverbandes des KDFB; sie setzte sich für Frauenrechte auf der politischen Ebene ein. Edith Stein war Philosophin, Lehrerin und Ordensschwester - als Jüdin wurde sie im KZ ermordet. Sie setzte sich dafür ein, dass Frauen Priesterin werden können. Käthe Rohleder war die erste ordinierte evangelisch-lutherische Pfarrerin der bayerischen Landeskirche. Alle drei Frauen setzten sich für Frauenrechte ein - so wie dies unsere beiden Frauenverbände auch heute noch tun! - Die Präsentation der drei Damen machte viel Spaß, zumal sie auch noch in Originalkleidung auftraten. Die Schauspielerinnen Dr. Elfried Schießleder (Ellen Ammann), Anna Hösl (Edith Stein) und Inge Gehlert (Käthe Rohleder) bekamen viel Applaus für ihre Darstellung.
Auch heute wieder waren bekannte Gesichter am KDFB-Stand zu sehen: Eva-Maria Welskop-Defaa war ebenso zu Besuch wie Bayerns Europaministerin Emilia Müller oder missio-Präsident Prälat Klaus Krämer. Außerdem fanden sich (wieder) Frauenbund-Frauen aller Ebenen und Diözesanverbände zum Gespräch am Stand ein.
Auf einmal ging es dann ganz schnell: erst "verschwand" die KDFB-Figur "Gunst der Stunde" unter den Armen eines Herrn aus der Halle. - Viele Augen folgten diesem ungleichen Paar. Dann "verschwanden" viele mit Liebe gebackene Müsli-Riegel in den Händen (und Mündern) höchst erfreuter Kirchentags-BesucherInnen - "Ja, so kennt man den Frauenbund auch: immer etwas Leckeres zu essen...", war immer wieder der Kommentar. Diese Komponente gehört eben auch dazu: Wer gut denkt, arbeitet und sich engagiert, darf auch gut backen und kochen!
Um 17 Uhr waren die Hallen dann von Gewusel erfüllt: Der Abbau begann (und damit auch die etwas chaotische Abtransport-Situation). - Als ich gegen 20.30 Uhr die letzten Sachen vom Stand abholte, war fast nirgends mehr etwas davon zu sehen, dass hier über vier Tage eine der belebtesten Hallen des ÖKT war. Alle Stände waren ebenfalls verschwunden.
Hier möchte ich noch die Gelegenheit nutzen und mich bei allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen ganz herzlich bedanken, dass sie so viel Zeit, Energie, Engagement und vor allem auch ansteckende Freude in den KDFB-Stand-Dienst gesteckt haben! - Es war eigentlich eher wie bei einem "Familientreffen". - Die enge Verbundenheit von Bundes-, Landes- und Diözesanebene wurde hier deutlich sichtbar. Wir haben diese Tage miteinander durch-gestanden (im wahrsten Sinne des Wortes) und erlebt.