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Kuba in Stichworten

Lage: Der Inselstaat Kuba liegt rund 160 Kilometer südlich von Florida in der Karibik. Er besteht aus der Hauptinsel und der Isla de la Juventud sowie 1600 kleinen, meist unbewohnten Inseln (Cayos). Kubas Küsten erstrecken sich über knapp 6.000 Kilometer.

Klima: Wechselfeuchtes Randtropenklima mit Regenzeit im schwül-heißen Sommer.

Bevölkerung: 11,4 Millionen, davon bezeichnen sich 64,1 Prozent selbst als „Weiße“, 26,6 Prozent als „Mischlinge“ sowie 9,3 Prozent als „Schwarze“.

Sprache: Amtssprache ist Spanisch.

Hauptstadt: Havanna (2,2 Millionen Einwohner)

Staatsform: Republik

Regierungssystem: Sozialistisches, autoritäres Einparteiensystem der Kommunistischen Partei Kubas (PCC).

Staatsoberhaupt: Präsident des Staatrats Raúl Castro (84 Jahre)

Währung: Es gibt zwei Währungen: kubanische Peso (CUP) und konvertibler Peso (CUC) (1 CUC = 25 Pesos, entspricht dem US-Dollar).

Armut: Das Leben der Kubaner ist von materieller Not gekennzeichnet. Das doppelte Währungssystem verschärft die Situation: Wer in der Tourismusbranche arbeitet und in CUC bezahlt wird, kann sich einen besseren Lebensstandard leisten als staatliche Angestellte, die in kubanischen Pesos bezahlt werden. Ein Professor verdient zum Beispiel 300 bis 400 Pesos, ein Bauer 500 bis 800 Pesos. Der Durchschnittslohn beträgt rund 450 Pesos (24:1), rund 19 US-Dollar. Einige Grundnahrungsmittel gibt es auf Lebensmittelkarte. Alle Extras wie Kosmetika, Seife oder Waschmittel müssen in CUC bezahlt werden. Die Renten reichen nicht zum Überleben (Mindestrente: acht Euro). Viele Kubaner werden finanziell von Angehörigen unterstützt, die ausgewandert sind.

Religion: Rund 60 Prozent der Bevölkerung sind katholisch. Die eigentliche Volksreligion in Kuba ist die Santeria, ein afrokubanischer Kult. Ihre AnhängerInnen verehren auch die Heiligen der katholischen Kirche.

Gesundheitssystem: Es gibt keine Krankenversicherung, aber die medizinische Versorgung ist gewährleistet: Wer krank ist, geht kostenlos zum Arzt, ins Krankenhaus oder in eine der Gesundheitsstationen, die über das ganze Land verteilt sind. Medizinische Behandlungen und Basismedikamente sind kostenlos. Andere Medikamente müssen selbst bezahlt werden. Die Lebenserwartung der Kubaner ist mit durchschnittlich 78 Jahren hoch und damit Spitzenreiter in Lateinamerika. Mehr als drei Prozent der Bevölkerung sind HIV-positiv, ein Viertel davon Frauen. HIV-Infizierte erhalten auf Kuba kostenlose Medikamente.

Frauengesundheit: Alle Frauen haben Zugang zu professioneller Schwangerschaftsvorsorge und Geburtshilfe. Die Kinder- und Müttersterblichkeit ist gering. Die UN beklagte 2013 in einem Bericht die hohen Abtreibungsraten auf Kuba, insbesondere bei Mädchen ab zwölf Jahren. Eine der Ursachen: Manche junge Frauen versuchen mit illegaler Prostitution Geld zu verdienen.

Scheidungen: Die Scheidungsrate liegt bei 56 Prozent. Hauptgründe: Untreue der Männer, Alkoholismus und häusliche Gewalt.

Bildungssystem: Die Einschulungsquote liegt auf Kuba bei 100 Prozent, ebenso die Alphabetisierungsrate. Es besteht eine neunjährige Schulpflicht. Kuba hat ein dreigeteiltes Bildungssystem, das aus Grund-, Mittel- und Oberschule besteht. Das kostenlose Bildungssystem galt lange international als vorbildlich. Mittlerweile mangelt es vor allem auf dem Land an Lehrkräften und Unterrichtsmaterialien. 15 Prozent der KubanerInnen besuchen nach der Schule eine Universität. Der Frauenanteil bei den Studentinnen ist so hoch wie sonst nirgends in Lateinamerika. Alle Absolventen müssen drei Jahre lang für den Staat einen Sozialdienst ableisten.

Frauen und Beruf: Der Frauenanteil bei technischen Berufen beträgt 65,7 Prozent, bei weiblichen Führungskräften rund 40 Prozent. 65 Prozent der Hochschulabsolventen in Kuba sind weiblich. Der Frauenanteil im Parlament beträgt 48 Prozent (2014) und ist damit der höchste aller Länder Lateinamerikas. Seit den 1970-Jahren hat der kubanische Staat eine ganztägige Kinderbetreuung aufgebaut.

Industrie: Abbau und Weiterverarbeitung von Nickel und Kobalt sowie Herstellung von Medizin-Produkten und Medikamenten für den Export. Außerdem werden Fachkräfte wie zum Beispiel ÄrztInnen gegen Devisen in den Auslandseinsatz geschickt. International bekannt ist Kuba für Zigarren und Rum.

Landwirtschaft: Zucker und Tabak sind wichtige Exportgüter. Angebaut werden außerdem Kaffee, Kakao, Mais, Bananen und Süßkartoffeln.

Tourismus: Der größte Devisenbringer in Kuba ist der Tourismus. Touristen genießen, wovon normale Kubaner träumen: frische Lebensmittel wie Milch, Rindfleisch und Meeresfrüchte im Überfluss.

Musik und Tanz: Musik ist auf Kuba allgegenwärtig. Die Insel ist die Geburtsstätte des Son, der europäische Gitarrenklänge durch afrikanische Trommelrhythmen zu einem besonderen Klang vereint. Salsa ist der Lieblingstanz der KubanerInnen.

Geschichte des Inselstaates Kuba

1492: Christoph Kolumbus landet auf Cuba.

1511: Eroberung durch die Spanier.

1886: Aufhebung der Sklaverei. Bis dahin wurden 1,3 Millionen Sklaven aus Afrika nach Kuba gebracht.

1898: Unabhängigkeit von Spanien nach drei Unabhängigkeitskriegen. Die USA besetzen die Insel.

1902: Unabhängigkeit von den USA.

1903: Die USA schließen einen Pachtvertrag für die Bucht von Guantanamo ab. Ein Teil der US-Marine-Basis wird heute als Gefangenenlager genutzt. Dort herrscht Militärrecht, und die zivile Gerichtsbarkeit der USA hat keinen Zugriff.

1933: Ende der Diktatur von General Gerardo Machado.

1934: Kubanische Frauen dürfen zum ersten Mal wählen.

1952: Diktator Fulgencio Batista putscht sich zum zweiten Mal an die Macht. Er war bereits von 1940 bis 1944 Präsident, wurde aber abgewählt und ging ins Exil. 

1959: Die Revolutionäre Fidel Castro und Che Guevara setzen der Batista-Diktatur ein Ende. Großgrundbesitzer werden enteignet. Hunderttausende Kubaner flüchten in die USA.

1961: 1300 Exilkubaner landen mit Unterstützung des US-Geheimdienstes CIA in der Schweinebucht an der Südküste der Insel, um Castro zu stürzen. Sie scheitern.

1962: Die USA verhängen ein Handelsembargo, um Kuba wirtschaftlich zu schwächen. Fidel Castro sucht Unterstützung bei der Sowjetunion. Im Oktober kommt es zur „Kubakrise“: Der Konflikt zwischen den USA und Kuba eskaliert, als der russische Präsident Nikita Chruschtschow Atomraketen auf Kuba stationieren will. Einen möglichen Dritten Weltkrieg können US-Präsident John F. Kennedy und Chruschtschow mit einem Kompromiss verhindern.

1963: Die Einführung der Lebensmittelkarte „Libreta“ soll die Grundbedürfnisse der Bevölkerung decken. Die staatlichen Läden, in denen die Bezugsscheine eingelöst werden können, haben bis heute ein sehr geringes Sortiment. 

1976: Kuba wird sozialistische Republik mit einem Einparteiensystem. Die sozialistische Verfassung tritt in Kraft und gewährt Frauen die Gleichberechtigung.

1990: Die Unterstützung der Sowjetunion bleibt aus. Eine Wirtschaftskrise erfasst das Land. Castro ruft eine „Sonderperiode“ mit einem harten Sparprogramm aus.

1994: Nach Demonstrationen setzt Fidel Castro die Küstenüberwachung aus. Es kommt zu  einer großen Fluchtwelle.

1998: Papst Johannes Paul II. besucht Kuba. Der Weihnachtstag am 25. Dezember wird wieder Feiertag.

2006: Raúl Castro übernimmt die Regierungsgeschäfte von seinem Bruder Fidel. Er leitet Veränderungen in der Wirtschaft ein und gestattet private Betriebe in Handwerk, Verkauf und Gastronomie.

2012: Hurrikan Sandy zerstört 38.000 Wohnungen. Die Aufbauarbeiten dauern bis heute an.

2012: Papst Benedikt besucht Kuba und erwirkt die Wiedereinführung des Karfreitags.

2014: Tourismusboom: Erstmals kommen mehr als drei Millionen ausländische Gäste nach Kuba.

2015: USA und Kuba nähern sich an und eröffnen nach 57 Jahren wieder Botschaften im jeweils anderen Land. Papst Franziskus besucht Kuba.

Zusammenstellung: Karin Schott, Redaktion "KDFB Engagiert - Die Christliche Frau"

Kubas Bevölkerung ist bunt gemischt; © Heiner Heine
Kubas Strände sind ein Touristenmagnet; © Helga Reich
Mädchen haben in Kuba die gleichen Bildungschancen wie Jungen; Foto: Schott

Arbeitsmaterialien

Das Arbeitsbuch "Ideen und Informationen" (280 Seiten, 3.40 Euro plus Porto), die CD-Rom mit vielen Fotos und Texten (11.90 Euro) sowie weitere Unterlagen sind erhältlich bei der MVG Medienproduktion, Postfach 101545, 52015 Aachen, Tel. 0241/47986-300, E-Mail: bestellung{@}eine-welt-shop.de oder unter www.eine-welt-shop.de.

Rezepte

Rezepte aus der Küche Kubas

Weitere Rezepte: In der Internetsuchmaschine "Rezepte Weltgebetstag 2016 Kuba" eingeben. Mehr Informationen auch unter www.cubaheute.wordpress.com