Was kann man (in diesem Fall wohl eindeutig "frau") mitnehmen von einer Fachtagung zum Thema ÖKUMENE? Das war bei dem Seminar auf dem Weg zum 2. Ökumenischen Kirchentag in München 2010 allen Teilnehmerinnen klar! Nämlich: Ein neues Wort, ein neuer Fachausdruck wurde gelehrt von der Referentin Karin Achtelstetter, Direktorin und Chefredakteurin des Büros für Kommunikationsdienste des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Genf, die bei der Fachtagung in Stein bei Nürnberg zum Thema "Ökumenische Landschaften" sprach. Das Wort "Diapraxis" begeisterte alle, vornehmlich wohl deswegen, weil alle Teilnehmerinnen diesen neuen Fachbegriff schon lange mit Leben und Tun füllen. Dass Dialog wichtig, aber nicht immer zielführend ist, wissen alle aus Erfahrung. Aber Diapraxis, der Dialog als Handeln, das gemeinsame Tun ist das, was Frauen tagtäglich praktizieren, was alle schon immer machen, auch in ökumenischem Kontext. Und das hat nun einen neuen wissenschaftlichen Begriff bekommen.
Wie kann Frau Zukunft ökumenisch gestalten? Wie sind Frauen ökumenisch miteinander vernetzt und welche (ökumenischen) Themen sollten angegangen werden? Das waren die zentralen Fragestellungstellungen der Tagung.
Der Katholische Deutsche Frauenbund war bei dieser Fachtagung, die von der Evangelischen Frauenarbeit in Bayern organisiert wurde, mit einem Stand und einer Abordnung der Landeskommission Glaube und Kirche präsent. Maria Hollering-Hamers, die Vorsitzende der Kommission, war mit eingebunden in die Vorbereitungen für den ökumenischen Abschlussgottesdienst. Dabei ging es um die Ausgießung des Geistes über Söhne UND Töchter: "Eure Söhne und Töchter werden Propheten und Prophetinnen sein" nach dem biblischen Buch Joel. Eine Sprechmotette verdeutlichte dieses Thema. Außerdem trat die Frau am Jakobsbrunnen (Joh. 4) "selbst" auf, um den anwesenden Frauen von ihrer Begegnung mit Jesus am Brunnen zu erzählen und ihre Erfahrung zu erläutern.
Der "Tipp" den sie, die Frau, die Ausländerin, die Ausgestoßene und Sünderin dort von Jesus erhielt, kann Menschen in ihren unterschiedlichen Kontexten und Konfessionen helfen, als mündige ChristInnen eigene Entscheidungen auf dem Weg des Glaubens zu treffen. Wo ist der richtige Ort der Anbetung?, fragte die Samariterin Jesus. Und er antwortete auf diese hochtheologische Frage. Fazit: Nicht WO ihr anbetet ist wichtig, sondern WIE ihr dies tut: "Im Geist und in der Wahrheit", denn so will Gott von uns Menschen angebetet werden!
Ökumene ist immer ein PLUS, das machte diese anregende ökumenische Tagung wieder einmal deutlich. Und sie machte Mut, "diapraktisch" weiterzumachen, vernetzt, männergemachte Grenzen überschreitend, sich orientierend an dem großen Wunsch Jesu aus dem Johannesevangelium "dass alle EINS seien"! (Joh. 17, 21).