40 Femizide in Bayern im Jahr 2024 – KDFB fordert besseren Schutz für Frauen
München, 25. November 2025. – Im Jahr 2024 wurden in Bayern nach einer Auswertung des Bayerischen Landeskriminalamtes 40 Frauen und Mädchen Opfer eines Femizids. Femizide sind Tötungsdelikte, bei denen Frauen aufgrund ihres Geschlechts oder im Kontext von Partnerschaftsgewalt getötet werden – meist durch aktuelle oder ehemalige Partner.
Für 2025 liegen dem Katholischen Deutschen Frauenbund – Landesverband Bayern bislang keine gesondert ausgewiesenen aktuellen Zahlen der Sicherheitsbehörden vor. Klar ist jedoch: Auch 2025 haben zahlreiche Fälle tödlicher Gewalt gegen Frauen in Bayern die Öffentlichkeit erschüttert. Der KDFB Bayern fordert deshalb eine transparentere und zeitnähere Veröffentlichung geschlechtsspezifischer Gewaltdaten.
„40 Frauen – das sind 40 zerstörte Leben, 40 Familien, oft auch Kinder, die traumatisiert zurückbleiben“, betont die kommissarische KDFB-Landesvorsitzende Tanja Pichlmeier. „Diese Zahl muss uns aufrütteln. Eigentlich müsste bei jedem Femizid ein Aufschrei durchs Land gehen. Es kann nicht sein, dass Frauen schutzlos ihren gewalttätigen Partnern oder Ex-Partnern ausgeliefert sind. Wir begrüßen den Gesetzentwurf zur bundesweiten Einführung einer elektronischen Fußfessel für gewalttätige (Ex-)Partner – zum Schutz der Frauen – und hoffen, dass sie bald kommt.“
Die Fußfessel warnt gefährdete Frauen, wenn sich der potenzielle Täter nähert. In Spanien wird sie seit 2009 mit Erfolg eingesetzt. Einige Bundesländer in Deutschland haben seitdem nachgezogen. In Bayern ist das Modell bisher nicht im Einsatz.
Außerdem fordert Pichlmeier, dass Femizide als Femizide bezeichnet werden, und nicht wie in Polizeimeldungen oft üblich als „Beziehungstaten“: „Die Benennung als Femizid trägt dazu bei, diese Taten stärker sichtbar zu machen und zu verdeutlichen, dass diese Form von Gewalt gegen Frauen gesellschaftlich und strukturell tief verwurzelt ist.“
Insgesamt wünscht sich der größte Frauenverband in Bayern, dass dem Thema Häusliche Gewalt mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. „Es reicht nicht, nur anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen darüber zu sprechen. Betroffene brauchen das ganze Jahr über Unterstützung, denn Partnerschaftsgewalt findet täglich statt“, so Pichlmeier.
Jeder Femizid ist das Ende einer langen Kette aus Kontrolle, Drohungen und Gewalt. Schutz muss lange vorher beginnen.
Rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen gibt es bayernweit eine Reihe von Veranstaltungen und Aktionen des Katholischen Deutschen Frauenbundes. Damit will der KDFB öffentlich für dieses wichtige Thema sensibilisieren und sich für mehr Gewaltprävention und höheren Schutz für von Gewalt betroffenen Frauen einsetzen.
Auf der Website des KDFB-Landesverbandes gibt es eine Übersicht über diese Veranstaltungen: https://www.frauenbund-bayern.de/aktuelles/internationaler-tag-gegen-gewalt-an-frauen/
Redaktion: Gerlinde Wosgien
