KDFB
14.05.2018

Ehe ist keine Versorgungsversicherung

KDFB-Landesvorsitzende Elfriede Schießleder bei ihrem Vortrag in Traunstein;

Knapp 100 Frauen haben sich am 3. Mai 2018 beim Fachtag „Frauen leben länger, aber wovon?“ in der Agentur für Arbeit Traunstein über ihre finanzielle Zukunft im Alter informiert. KDFB-Landesvorsitzende Elfriede Schießleder sprach dabei über das wichtige frauenpolitische Thema "Von der Lohnlücke zur Rentenkluft".

Viele Frauen arbeiten im Minijob oder in verschiedenen Teilzeitmodellen und verdienen deutlich weniger, als es für eine ausreichende Rente nötig wäre. Frauen in der Familienphase mit kleinen Kindern oder Frauen, deren Kinder schon älter sind, versuchen oftmals den Einstieg ins Arbeitsleben mit Minijobs und bleiben darin hängen. In der Lebensphase, in der pflegebedürftige Angehörige betreut werden müssen, reicht die Zeit meistens auch nur für einen Minijob. Das Engagement für die Familie ist ein wesentlicher Grund für die Altersarmut vieler Frauen.

Das betonte auch KDFB-Landesvorsitzende Elfriede Schießleder in ihrem Referat. Ihrer Meinung nach ist es deshalb äußerst wichtig, sich von den traditionellen Rollen- und Familienmustern, die aus den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts stammen, zu lösen, denn nach den Reformen im Renten-, Hinterbliebenen- und Scheidungsrecht sei eine Ehe keine Versorgungsversicherung mehr.

Die Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler wies in ihrem Grußwort unter anderem auf die hohen Zahlen von sehr guten Ausbildungs- und Schulabschlüssen von Frauen hin, die aber vielfach wegen einer der Arbeitswelt schlecht angepassten Kinderbetreuung den beruflichen Wiedereinstieg nur schwer realisieren können.

Durch das geringere Einkommen fällt es Frauen außerdem wesentlich schwerer, privat vorzusorgen. Sie erwerben durchschnittlich wesentlich weniger Rentenansprüche als Männer. Im Rentenalter liegt der Einkommensunterschied dann bei circa 40 Prozent.

„Wir kennen sehr gut ausgebildete Frauen, die in berufsfremden Minijobs hängen bleiben“, sagt Elke Schader, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt und Organisatorin des Fachtags. „Sie fehlen als Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt, und sie gehen damit ein hohes Armutsrisiko im Alter ein. Mit diesem Fachtag möchten wir motivieren, über die Versorgung im Alter nachzudenken, frühzeitig die Weichen zu stellen und sich nicht auf das Einkommen des Partners zu verlassen“, so Schader abschließend.