KDFB

Der Wald wird weiblicher

v.l.n.re.: M. Ampferl, H. Steinlein, S. Slawik, E. Lochbihler, R. Pallauf, Forstministerin M. Kaniber, Ch. Reiterer, J. Gierl

In der Männerdomäne Wald und Forst behaupten sich inzwischen Frauen. Das beweist die Wanderausstellung „Frauen & Wald“ der Bayerischen Landfrauenvereinigung des KDFB, die am 21. September von der Forstministerin Michaela Kaniber im Bayerischen Landwirtschaftsministerium in München eröffnet wurde.

Das Thema „Wald“ liegt im Trend. Für die Bayerische Landfrauenvereinigung des KDFB ist das aktuelle öffentliche Interesse ein guter Grund, unter dem Motto „Der Wald wird weiblicher“ acht Frauen aus Bayern mit ihren speziellen Tätigkeiten von der Forscherin über die Revierleiterin bis hin zur Jägerin und Waldbesitzerin zu präsentieren. Zudem weist ein geschichtlicher Rückblick auf die Leistung der Kultur- oder Pflanzfrauen hin, die nach dem zweiten Weltkrieg Bayerns Waldflächen wieder aufgeforstet haben.

Bei der Vernissage in München wurden die rund 100 Gäste von der Landfrauenvorsitzenden Christa Reiterer und von Sabine Slawik, der stellvertretenden Landesvorsitzenden des KDFB Bayern, begrüßt. Spannend findet Politikerin Michaela Kaniber die Ausstellung, da die Beziehung „Frauen und Wald ein besonders Thema ist, von dem man fast nichts hört und liest“.
In ihrer Rede wies die Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf die gewaltigen Herausforderungen für die Wälder hin: „Extreme Witterungsereignisse wie Hitze, Trockenheit und Stürme machen ihnen zu schaffen. Wir müssen deshalb noch deutlich mehr für stabile und klimatolerantere Wälder tun. Um das zu schaffen, brauchen wir die Frauen wie nie zuvor!“ Über 41 Prozent der Waldgrundstücke würden Frauen gehören. Sie könnten entscheiden, wie der Wald der Zukunft aussehen soll.

Die Beziehung zwischen Frauen und Wald nahm Diplom-Biologin Karin Greiner in ihrem Vortrag genauer unter die Lupe: So gehen beispielsweise viele Frauennamen auf Bäume zurück, wie zum Beispiel „Yvonne, die von der Eibe“ oder Gerlinde/Sieglinde auf die Linde. Auch könnte der Wald für Frauen „eine wahre Speisekammer“ sein, zum Beispiel mit Eichelkaffee, veganer Eichelleberwurst oder heilsamem Lindenblütentee (mehr unter www.pflanzenlust.de).

Karin Greiner, Buchautorin und Pflanzenexpertin des Bayerischen Rundfunks, appellierte an die anwesenden Damen: „Was wäre der Wald ohne Frauen, und was wären Frauen ohne Wald? Es geht nicht anders, als dass sich Frauen um den Wald kümmern. Der Wald ist Zukunft!“

Die Ausstellung ist bis 10. Oktober 2018 im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (wochentags von 9 bis 19 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr) zu sehen, ab 5. November 2018 gastiert sie in Passau/Niederalteich. Danach wandert sie durch die bayerischen Diözesen (Termine unter http://www.landfrauenvereinigung.de/wp-content/uploads/2018/09/Flyer-mit-Tourdaten.pdf).

Gemeinsam mit Kooperationspartnern wie der Staatlichen Forstverwaltung oder den Walderlebniszentren vertiefen die KDFB-Landfrauen in den Diözesen die Ausstellung mit einem speziellen Begleitprogramm. Im kommenden Jahr präsentiert sich die Ausstellung „Frauen & Wald“ vom 3. bis 5. Mai bei der Messe "Die 66" in München.

Text: Barbara Meier de Florez / Karin Schott

Fotos von der Eröffnung der Ausstellung "Frauen & Wald"

Artikel "Wald in Frauenhand" (KDFB Engagiert 10/2018, S. 37)