KDFB
14.07.2017

Fadumo Korn gewinnt Ellen-Ammann-Preis 2017

KDFB-Landesvorsitzende Elfriede Schießleder (li.) mit den Ellen-Ammann-Preisträgerinnen 2017: Gabriele Wachter aus Landshut, Barbara Osterwald aus München, Kerstin Weger aus Aichach, Fadumo Korn aus München und Hildegard Stolper aus Passau, begleitet von einer Darstellerin von Ellen Ammann in historischem Kostüm (v.l.n.r.); Foto: Walter Korn

München, 14.07.2017 – Fadumo Korn aus München wurde für ihr Projekt „Nala – Bildung statt Beschneidung“ der erste Platz beim Ellen-Ammann-Preis 2017 zugesprochen. Diese Auszeichnung verlieh ihr der Bayerische Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) am Freitag in München. Die KDFB-Landesvorsitzende Elfriede Schießleder und Landtagsvizepräsidentin Inge Aures ehrten im Landtag neben der aus Somalia stammenden Dolmetscherin vier weitere Preisträgerinnen: Hildegard Stolper aus Passau, Gabriele Wachter aus Landshut, Kerstin Weger aus Aichach und Barbara Osterwald aus München.

 

 

Projekte von starken Frauen für starke Frauen

Schießleder betonte: „Die Projekte aller 24 Bewerberinnen eint als besondere Stärke, dass aus ihnen Selbstbestätigung, Selbstbefähigung und Selbstbestimmung erwachsen. Es sind Projekte von starken Frauen für starke Frauen.“ Inge Aures dankte dem KDFB für die Vergabe des Preises: „Gerade Frauen sind ja immer in Gefahr, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Der Ellen-Ammann-Preis leistet einen wichtigen Beitrag dazu, großartige Initiativen und Projekte in die Öffentlichkeit zu tragen. Ich bin mir sicher: Sie werden viele andere Frauen motivieren, ihre Zeit, ihr Wissen und ihr Können im Sinne der Namensgeberin des Preises einzubringen – zum Wohle der Allgemeinheit."

Platz 1: Fadumo Korns Einsatz als Kulturmittlerin wird gewürdigt

Fadumo Korn freut sich über das Preisgeld und das mit der Auszeichnung verbundene Schmuckstück, die Ellen-Ammann-Kamee. Ihr Einsatz als Kulturmittlerin trägt Früchte. In der Mädchengruppe des von ihr gegründeten Vereins „Nala – Bildung statt Beschneidung“ kommen zwei- bis dreimal im Monat minderjährige, unbegleitete Flüchtlingsmädchen aus Afrika, Asien und dem arabischen Raum zusammen. Die 53-Jährige kam mit 15 Jahren nach Deutschland und weiß, dass bei einem Kulturwechsel viel erklärt werden muss. Das fängt damit an, wie und wo man günstig einkauft, wie man nach dem Weg fragt oder wie man sich schminkt. Und es reicht bis zu Themen wie Demokratie, Mädchen- und Frauenrechte oder der Rückoperation einer Genitalverstümmelung. Korn engagiert sich seit Jahrzehnten in Vereinen und mit Büchern für die Abschaffung dieses blutigen Brauches.

Platz 2: Hildegard Stolper sammelt Spenden für Passauer Frauenhaus

Bei allen Preisträgerinnen kommt der Antrieb zum Engagement aus dem Bewusstsein, dass das Leben nicht unbedingt immer glatt und normal läuft. Menschen brauchen in Situationen, die schier unüberwindbare Lebenshindernisse sind, geschützte Räume. Beispiel dafür ist das Engagement der Zweitplatzierten, Hildegard Stolper aus Passau, die auch Mitglied im KDFB ist. Sie hat unermüdlich Spenden gesammelt, damit in Passau ein neues Frauenhaus gebaut werden kann. Manchmal ist sie viermal in der Woche unterwegs. So bekommt Stolper Spenden und: Es wird bekannt, wozu ein Frauenhaus dient.

Platz 3: Gabriele Wachter schafft Arbeitsplätze für Jugendliche mit Behinderung

Alle Preisträgerinnen arbeiten daran, Barrieren abzubauen, damit alle Frauen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und teilhaben können. Der Verein „MitArbeiten Landshut“ betreibt bereits drei Cafes – initiiert wurde er von Bankkauffrau Gabriele Wachter. Sie schafft damit Arbeitsplätze für Jugendliche mit Behinderung. Wachter erreichte den dritten Platz des Ellen-Ammann-Preises. Sie freut sich besonders darüber, dass über ihre Initiative bereits drei Mädchen in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden konnten.

Platz 4: Kerstin Weger gibt inhaftierten Frauen Hoffnung und Kraft

Wertschätzung und  Ermutigung erfahren Frauen, die in der Justizvollzugsanstalt Aichach durch den Verein „frauenHAFT“ gefördert werden. Die Kunsterzieherin Kerstin Weger gründete den Verein mit und erhielt dafür den vierten Platz beim Ellen-Ammann-Preis. Die 49-jährige Kunsterzieherin leitet im Frauengefängnis fünf Kunst- und Kreativgruppen. Die Kunst, die hinter Mauern entsteht, wird in der Außenwelt gezeigt und gibt so den Frauen zwischen 14 und 70 Jahren Hoffnung und Kraft.

Platz 5: Barbara Osterwalds Kunsttherapie am Tonfeld hilft sozial auffälligen Kindern 

Um die Stärkung des Selbstwertgefühls, des Selbstvertrauens, der Selbstwirksamkeit geht es Barbara Osterwald mit der von ihr gegründeten Barbos-Stiftung. Kunsttherapie am Tonfeld hilft Kindern, die in ihrem sozialen Verhalten auffällig werden und deren Eltern sich diese Art von Förderung nicht leisten können. Von der Möglichkeit, ihren Bedürfnissen gestalterisch Ausdruck zu verleihen, profitieren besonders Mädchen. Mit Platz 5 beim Ellen-Ammann-Preis 2017 wurde das Engagement Osterwalds ausgezeichnet.

Redaktion: Ulrike Müller-Münch

Bilder von der Verleihung des Ellen-Ammann-Preises

"Die Kämpferinnen der Gegenwart" - Artikel zur Verleihung des Ellen-Ammann-Preises im Münchner Merkur vom 15./16.07.2017

Weitere Informationen zu den einzelnen Preisträgerinnen