KDFB

Gewaltschutz sichern und ausbauen

Häusliche Gewalt ist für viele Frauen bittere Realität; Quelle: Fotolia

München, 23.11.2018 – Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November unterstreicht der KDFB Landesverband Bayern seine Forderung nach einem umfassenden und flächendeckend gesicherten Hilfesystem für Frauen und deren Kinder, die in Bayern von Gewalt bedroht oder betroffen sind. „Jede Frau, die Gewalt erfährt, verdient bestmögliche Unterstützung durch ein dichtes Netz aus Frauenhäusern, Fachberatungsstellen, Frauennotrufen und damit verzahnten Unterstützungsangeboten“, erklärt KDFB-Landesvorsitzende Emilia Müller.

„Aktuelle Statistiken zeigen, dass Gewalt gegen Frauen, insbesondere häusliche und Partnerschaftsgewalt, auch im Jahr 2018 für viele Frauen eine alltägliche Bedrohung darstellt. 2017 zählt die Polizei in Bayern knapp 20.000 zur Anzeige gebrachte Fälle häuslicher Gewalt. Über 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen.“ Es sei davon auszugehen, dass die Dunkelziffer noch viel höher läge. „Deshalb gehört der Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt ganz oben auf die politische Agenda“, betont die Vorsitzende von Bayerns größtem Frauenverband.

Vor diesem Hintergrund begrüßt der Frauenbund die im neuen Koalitionsvertrag vereinbarten Vorhaben: „Die mittelfristige Weiterentwicklung der Maßnahmen zur Bekämpfung und Prävention von Gewalt und ein breiter Blick auf das Thema Gewalt in unserer Gesellschaft sind wichtig.“ Aber gerade jene, die aktuell von Gewalt bedroht oder betroffen seien, bedürften zeitnaher Unterstützung und professioneller Begleitung. „Eine rasche weitere Verbesserung der Personalausstattung in den Frauenhäusern, Notrufen und Fachberatungsstellen ist daher dringend geboten“, findet Emilia Müller. Sie halte eine entsprechende Berücksichtigung dieser Bedarfe im Doppelhaushalt 2019/2020 für absolut notwendig.

„Wir brauchen gut ausgebaute, niedrigschwellige Hilfe-Strukturen, die der Lebenssituation der Betroffenen  gerecht werden: Viele Frauen suchen Schutz in Begleitung ihrer Kinder. Fachpersonal wie auch Ehrenamtliche sind verstärkt mit mehrfachen Problemlagen konfrontiert. Zugleich steigt die Verweildauer in den Einrichtungen, auch aufgrund der angespannten Wohnungslage in Bayern“, weiß die KDFB-Landesvorsitzende. „Deshalb ist ein breit angelegtes und mit weitergehenden Hilfen abgestimmtes Konzept zum Schutz vor Gewalt ein richtiger Ansatz.“

Parallel dazu fordert die KDFB-Landesvorsitzende, die gegenwärtigen Hilfestrukturen möglichst schnell und praxisnah weiter zu verbessern: „Dazu gehören neben mehr Personal in den Fachstellen auch der Ausbau der Anlaufstellen in bislang unterversorgten Regionen sowie der weitere Ausbau einer guten Kinderbetreuung in den Frauenhäusern“.

Redaktion: Alexandra Schiel