KDFB
08.11.2017

KDFB-Frauen gestalten bayerische Landespolitik

Foto: Bildarchiv Bayerischer Landtag

Noch bis 18. Januar 2018 ist im Bayerischen Landtag in München die Ausstellung „Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort!“ über weibliche Parlamentarierinnen von 1946 bis 2016 zu sehen. Unter den porträtierten Politikerinnen finden sich zahlreiche KDFB-Frauen.

Der Landtag würdigt mit dieser Ausstellung Parlamentarierinnen, die zwischen 1946 und 2016 Politik in Bayern mitgestaltet haben. Dabei geht es um die Rolle und das Selbstverständnis der Mandatsträgerinnen genauso wie um Hindernisse sowie Barrieren und auch darum, wie künftig die aktive politische Mitwirkung von Frauen erhöht werden kann.

Unter den 178 Parlamentarierinnen, die von 1946 bis 2016 im Bayerischen Landtag saßen, sind zahlreiche KDFB-Frauen. Für so manche weibliche Landtagsabgeordnete führte der Weg in die Politik über ein Engagement beim KDFB.

Zita Zehner

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges waren nur wenige Frauen in Bayern politisch aktiv. Lediglich vier Frauen schafften nach der Landtagswahl im Dezember 1946 den Sprung ins Maximilianeum. Alle vier Frauen waren Mitglied im KDFB. Eine von ihnen war Zita Zehner (1908-1978). Sie kam 1927 als junge Hauswirtschaftslehrerin zur Bayerischen Landfrauenvereinigung des KDFB. Bis 1933 hielt sie unermüdlich Vorträge und Fortbildungskurse für Haus- und Landfrauen. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb sie dem Bayerischen Landesverband des KDFB jahrelang ehrenamtlich verbunden. Von 1955 bis 1970 gehörte sie dem Landesvorstand des KDFB als Schatzmeisterin an. Zita Zehner war von 1946 bis 1970 Mitglied des Bayerischen Landtags. Zeitlebens war sie darum bemüht, den Frauen in der Politik einen stärkeren Stellenwert zu verschaffen.

Mathilde Berghofer-Weichner

Neben Zita Zehner gab es noch einige andere KDFB-Frauen, die in der bayerischen Landespolitik Karriere gemacht haben. Ab November 1974 saß zum ersten Mal eine Frau am bayerischen Kabinettstisch: Mathilde Berghofer-Weichner, die ebenfalls Mitglied im KDFB war, wurde Staatssekretärin im Kultusministerium. 1986 wurde sie zur Justizministerin berufen und war damit die erste weibliche Ministerin in Bayern.

Barbara Stamm

Die heutige Landtagspräsidentin, Barbara Stamm, ist seit 1971 Mitglied im KDFB.  Von 1976 bis 1986 war sie Vorsitzende der Staatsbürgerlichen Kommission des Landesverbandes. 1996 schrieb sie rückblickend über ihre ehrenamtliche Arbeit für den KDFB: "Er hat mich und mein politischen Ziele entscheidend mitgeprägt. Die Erfahrungen, die ich dort machen durfte, fließen heute in meine Arbeit ein."

Das sind nur drei Beispiele für herausragende KDFB-Frauen in der bayerischen Landespolitik. Hier finden Sie eine Liste der KDFB-Frauen, die heute im Bayerischen Landtag sitzen. 

KDFB als Talentschmiede für Politikerinnen

KDFB-Landesvorsitzende Elfriede Schießleder freute sich bei der Ausstellungseröffnung am 7. November 2017 im Bayerischen Landtag darüber, dass alle vier weiblichen Landtagsabgeordneten im ersten bayerischen Nachkriegslandtag 1946 Mitglied im KDFB waren, und betonte: "Als KDFB-Landesvorsitzende erfüllt es mich mit Freude und Stolz, dass so viele KDFB-Frauen in den vergangenen sieben Jahrzehnten bayerische Landespolitik aktiv und konstruktiv mitgestaltet haben. Nicht wenige kamen durch ihr ehrenamtliches Engagement im KDFB in die Politik. Das zeigt, dass der Frauenbund eine Talentschmiede für Politikerinnen ist."

Nähere Informationen zur Ausstellung "Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort!"

Redaktion: Gerlinde Wosgien