KDFB
09.02.2018

Nein sagen gegen rechte Parolen

Teilnehmerinnen der Führungskräfteschulung bei einer Gruppenarbeit; Foto: Müller-Münch

Dr. Miriam Heigl, Leiterin der Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt München, und Referentin bei der Führungskräfteschulung

Auf das Nein sagen kommt es an - das verinnerlichten die Teilnehmerinnen der Führungskräfteschulung des Bildungswerks des KDFB-Landesverbandes „Die Neue Rechte und wie bedrohlich ist sie für die Demokratie?“ Anfang Februar in München.

Rechtsextremismus darf nicht hoffähig werden. Grenzen setzen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist das Gebot der Stunde für die Menschen, die es hochschätzen, in einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft zu leben. Darüber hinaus muss ein so mitgliederstarker Frauenverband wie der KDFB aufdecken und sichtbar machen, dass die Neue Rechte eindeutig gegen Gleichberechtigung ist.

Zusammen mit den Referenten der Fachstelle für Demokratie bei der Stadt München trainierten fast 20 Frauen ihre Aufmerksamkeit und stärkten ihre demokratische Haltung. Ihnen wurde schnell klar: Die Neue Rechte taktiert mit pauschalen Vorurteilen gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen. Muslime, Geflüchtete, Sinti und Roma oder Homosexuelle werden in diesem rechten Weltbild abgewertet. Damit begründen die Neuen Rechten Hierarchien zwischen den Kulturen, eine Bedrohung durch Fremde und ihren Machtanspruch. In der Diskussion stellten die Teilnehmerinnen der Führungskräfteschulung schnell fest, wie schwer es sein kann, selbst einen differenzierten Blick zu bewahren.

Dagegenhalten, demokratische Haltung und das christliche Menschenbild als eigenes Wertefundament zeigen, dazu motivierte die Schulung die Frauenbund-Frauen. „Meine Reaktion darf von der Situation abhängen, meinen Selbstschutz gewährleisten und auch von der eigenen Tagesform abhängig sein“, wurde einer Teilnehmerin beruhigend bewusst.

Handlungsvorschläge für eine starke Diskussionsposition 

  • Menschen unterstützen, die von verbalen Angriffen betroffen sind: „Ich möchte, dass Sie wissen, dass ich anders denke!“
  • Wer behauptet, muss beweisen: Verlangen Sie eine Konkretisierung, fragen Sie nach!
  • Auf Parolen nicht mit Gegenparolen reagieren: Differenzieren Sie!
  • Gestehen Sie Ihrem Gegenüber keinen andauernden Themenwechsel zu, falls ihm die Argumente ausgehen: „Wir diskutieren jetzt mal dieses eine Thema!“

Redaktion: Ulrike Müller-Münch / Gerlinde Wosgien

Argumente gegen Stammtischparolen (KDFB Engagiert - Die Christliche Frau 01/02-2016)