Ellen Ammann in Berliner Ausstellung zum Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933
KDFB-Gründerin Ellen Ammann ist Teil der Ausstellung „… dieser Feind steht rechts! Der Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933“ in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin.
Die 1919 gegründete Weimarer Republik steht von Beginn an unter Druck. Autoritäre Ideen und nationalistisches Denken sind in Teilen der Gesellschaft tief verwurzelt.
Aber es gibt auch Hoffnung, denn zahlreiche Demokrat*innen aus Politik und Gesellschaft warnen bereits früh vor den Gefahren, die von völkischen, antisemitischen, rechtsextremen und nationalsozialistischen Gegnern der Republik ausgehen. Sie fürchten um Grundrechte und soziale Errungenschaften der ersten parlamentarischen Demokratie in Deutschland. Eine dieser mutigen Demokratinnen ist KDFB-Gründerin Ellen Ammann.
Die Ausstellung zeigt anhand von 27 Biografien engagierter Männer und Frauen beispielhaft den Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933. Sie beleuchtet verschiedene Handlungsfelder, Motivationen und Formen der Auseinandersetzung mit der aufstrebenden NS-Bewegung und macht deutlich: Die Weimarer Republik war keinesfalls eine „Demokratie ohne Demokraten“.
Noch bis 23. August 2026 können Interessierte diese Ausstellung im Sonderausstellungsbereich in der 1. Etage der Gedenkstätte Deutscher Widerstand besuchen. Weitere Informationen gibt es hier.
Ellen Ammanns Kampf gegen den aufkeimenden Nationalsozialismus
Im März 1923 führt Ellen Ammann zusammen mit acht weiteren Frauen, unter anderem Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann, ein Gespräch mit dem damaligen bayerischen Innenminister Schweyer. Die Frauen berichten ihm über Ausschreitungen und widerrechtliche Auftritte Hitlers und seiner Anhänger und fordern seine Ausweisung. Das Gespräch hatte allerdings keine Konsequenzen.
Wenige Monate später, in der Nacht vom 08. auf den 09. November 1923, versucht Hitler, sich in München an die Macht zu putschen. Ohne Ellen Ammann hätten der stellvertretende Ministerpräsident Franz Matt und die anderen Minister die Putschnacht verschlafen. Matt zollte später Ellen Ammanns unerschrockenem Handeln Respekt: „Die Kollegin Ammann hatte damals mehr Mut bewiesen als manche Herren in Männerhosen.“
Ellen Ammann bezieht immer wieder offen Stellung gegen die Nationalsozialisten. Sie warnt eindringlich vor der Gefahr, die von der NSDAP und ihrem rechten Gedankengut ausgeht. Das Ergebnis der bayerischen Landtagswahl im April 1924, bei der der „Völkische Block“ erstmals in den Landtag zieht, kommentiert sie kritisch: „Der Ausgang der bayerischen Landtagswahl sollte den Frauen zu denken geben. … Eine Überspannung, ja eine Vergötterung des nationalen Gedankens …, wie sie von völkischer Seite getrieben wird, ist in unseren Augen verwerflich.“
Redaktion: Gerlinde Wosgien
