Ellen-Ammann-Tagung in München: Mut zum Aufbruch
Ellen Ammann (1870 – 1932) war nicht nur eine Vorreiterin der katholischen Frauenbewegung in Bayern, sondern sie hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch auf zahlreichen anderen Gebieten das kirchliche, soziale, gesellschaftliche und politische Leben im Freistaat geprägt.
Für wichtige, bis heute noch existierende Institutionen war sie buchstäblich „Gründungsmutter“ oder Mitbegründerin, so für den Marianischen Mädchenschutzverein (heute In Via), die Münchner Bahnhofsmission, den Münchner Zweigverein des Katholischen Deutschen Frauenbundes sowie den Landesverband Bayern. Die heutige Katholische Stiftungshochschule in München und das Säkularinstitut der Ancillae Sanctae Ecclesiae gehen ebenfalls auf die gebürtige Schwedin zurück.
Außerdem wurde Ellen Ammann nach der Ausrufung des Frauenwahlrechtes im November 1918 als eine der ersten weiblichen Abgeordneten in den Bayerischen Landtag gewählt. Als Landtagsabgeordnete setzte sie sich für die Einrichtung der katholischen Polizeiseelsorge in Bayern ein. 1923 hatte sie eine entscheidende Rolle bei der Niederschlagung des Hitler-Putsches.
Ellen Ammann – immer noch wenig erforscht
Trotz ihrer vielfältigen Aktivitäten wird Ellen Ammann von der Geschichtsschreibung bis heute vernachlässigt. Weder in der Münchner Stadtgeschichte noch in der Geschichte der Sozialen Arbeit, noch in der Kirchen- oder in der Politikgeschichtsschreibung oder der Frauengeschichte hat Ellen Ammann den Platz, der ihr zukommen würde. Überdies sind sind einige Aspekte ihres Lebens noch wenig oder gar nicht erforscht.
Ellen Ammann – Tagungsprojekt 2025 widmet sich Kontexten und Spezialfragen
Die Tagung „Mut zum Aufbruch: Ellen Ammann (1870-1932) im Spannungsfeld sozialer, religiöser und politischer Realitäten“ schließt inhaltlich an den 2024 in München durchgeführten Workshop zu Ellen Ammann an und greift Anregungen auf, ihr religiöses wie soziales Engagement auf dem aktuellen Stand zu kontextualisieren und spezielle Fragestellungen zu behandeln. So können (Teil-)Aspekte konkretisiert und ausgearbeitet sowie vertieft in die Fach- und Praxiswelt, aber ebenso in die interessierte Öffentlichkeit hineingetragen werden. Darüber hinaus entsteht die Möglichkeit des Austauschs über neue Forschungsergebnisse, der Vernetzung und der Fruchtbarmachung wechselseitiger Erfahrungen für die eigene Forschung und Arbeit, genauso wie für das eigene politische, verbandliche, soziale oder religiöse Engagement.
Termin: 24./25.10.2025
Tagungsort: Ellen-Ammann-Seminarhaus am Campus der Katholischen Stiftungshochschule in der Münchner Preysingstraße
Weitere Informationen zum Tagungsprogramm und eine Anmeldemöglichkeit gibt es hier.
Redaktion: Gerlinde Wosgien
