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KDFB Bayern wählt neue Landesspitze und fordert mehr Kinderschutz im Netz

15.06.2026

Augsburg/München, 15. Juni 2026  – Auf seiner Landesdelegiertenversammlung in Augsburg hat der Katholische Deutsche Frauenbund – Landesverband Bayern am Samstag einen neuen Landesvorstand gewählt. An die Spitze rückt die 43-jährige Tanja Pichlmeier aus Pfeffenhausen. Ihr zur Seite stehen künftig fünf Stellvertreterinnen: Sonja Axthaler (55) aus Landshut, die für die Finanzen zuständig sein wird, sowie Franziska Bürger-Nock (53) aus Pfarrkirchen, Anna Maria Ederer (65) aus Grafenau, Stephanie Remagen (35) aus Gauting und Inga Maria Schütte (33) aus Eichstätt. Die Landesgeschäftsführerin Marion Hornung und der Geistliche Beirat Monsignore Rainer Boeck stehen dem Landesvorstand beratend zur Seite.

Nach wertschätzenden Begrüßungsworten des Augsburger Bischofs Dr. Bertram Meier stand die Versammlung im Zeichen des digitalen Kinderschutzes. Zum einen forderten die Delegierten kindgerechte Apps und Plattformen ohne Endlos-Scrollen, Autoplay oder versteckte Kaufknöpfe. Anbieter sollen ihre Angebote jährlich extern prüfen lassen, leicht zugängliche Beschwerdewege bereitstellen und Übergriffe wie Grooming rasch erkennen. Personalisierte Werbung auf Basis von Kinderdaten lehnt der Verband strikt ab. Als Altersnachweis soll ein europaweiter digitaler Ausweis genügen, ohne zusätzliche Datenspeicherung.

Ein zweiter Beschluss sieht eine bayernweite Informationskampagne vor: kostenfreie Medienbildungsangebote an Schulen und Kitas, verbindliche Vermittlung von Medienkompetenz im Unterricht sowie klare Regeln für Online-Spiele – feste Ausgabenlimits, transparente Gewinnchancen und ein Verbot manipulativer Belohnungsschleifen. Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz sollen konsequent sanktioniert, Kinder nicht länger als Werbefiguren in sozialen Medien eingesetzt werden.

„Digitale Räume dürfen Kinder nicht ausnutzen. Wir brauchen verbindliche Regeln und konsequente Kontrolle“, betont die frisch gewählte KDFB-Landesvorsitzende Tanja Pichlmeier. Der neue Vorstand wird die Beschlüsse umgehend an die zuständigen Ministerien weiterleiten und Partner aus Bildung und Medienforschung einbinden.

Vor den Neuwahlen feierten die Delegierten einen Gottesdienst unter dem Motto „Unterwegs in eine neue Welt“, in dem sie den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern Sabine Slawik und Carolina Trautner für ihr Engagement für den KDFB dankten. Sabine Slawik gehörte dem KDFB-Landesvorstand 12 Jahre lang an. Die Landtagsabgeordnete Carolina Trautner war seit 2022 Mitglied im Landesvorstand.

In ihrem Amt als Kassenprüferinnen wurden Eva Gottstein und Regina Krebs bestätigt. Barbara Gerl wurde als stellvertretende Kassenprüferin neu gewählt.

Redaktion: Gerlinde Wosgien

Der Katholische Deutsche Frauenbund Landesverband Bayern ist mit 119.000 Mitgliedern der größte Frauenverband des Freistaats. Gegründet 1911 von Ellen Ammann, setzt er sich für Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen in Kirche, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ein.
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