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Klimakrise trifft Frauen am härtesten – KDFB-Kongress fordert globale Solidarität

23.04.2026

München. 23.04.2026. Über 100 engagierte Frauen und Männer diskutierten in München über Klimagerechtigkeit und konkrete Schritte für eine solidarische und lebenswerte Zukunft. Unter dem Titel „Handeln … jetzt!“ lud der KDFB-Landesverband Bayern und sein Landesbildungswerk gemeinsam mit der Katholischen Akademie Bayern am 18. April 2026 zum Kongress über planetare Grenzen und globale Verantwortung in die Katholische Akademie ein. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Menschen weltweit von Klimawandel und Umweltzerstörung betroffen sind – und was jede*r Einzelne zur Verbesserung beitragen kann.

Besonders Frauen im Globalen Süden tragen die Folgen der Klimakrise am stärksten, obwohl sie kaum zu deren Entstehung beigetragen haben. Gleichzeitig sind sie zentrale Akteurinnen für nachhaltige Veränderung. Dr. Lokardia Shayammunda aus Simbabwe zeigte anhand konkreter Projekte, wie Frauen vor Ort Ernährungssicherheit und Ressourcenschutz vorantreiben – und was der Globale Norden davon lernen kann. „Die Bevölkerung von Simbabwe ist widerstandsfähig. Aber wir benötigen Unterstützung für eine stabile Infrastruktur“, betonte sie in ihrem Videostatement.

Der Kongress machte bewusst, dass Klimaschutz nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ethische und christliche Verantwortung ist: die Schöpfung für alle zu bewahren und global für Gerechtigkeit und Solidarität einzutreten. Ein Engagement, das gleichzeitig auch Fluchtursachen entgegenwirkt.

In zwei Podiumsrunden diskutierten unter anderem KDFB-Präsidentin Anja Karliczek, die Europaabgeordnete Maria Noichl, die Kommunalpolitikerin und stellvertretende KDFB-Landesvorsitzende Sabine Slawik sowie Vertreter*innen von MISEREOR und dem Bistum Regensburg über soziale und finanzielle Gerechtigkeit in der Klimapolitik – regional und weltweit. Viele positive Initiativen wurden genannt, die eine Beteiligung und gemeinsame Verantwortung der Bevölkerung stärken. Auch die Kirchen in Deutschland und ihre Hilfswerke setzen sich vehement für einen ökologischen und verantwortlichen Umgang mit den begrenzten Ressourcen ein.

Am Nachmittag bot ein Infokarussell praktische Handlungsansätze aus den Bereichen Landwirtschaft, Stadtplanung, planetare Gesundheit und kirchliche Verantwortung. Beim „Markt der Möglichkeiten” konnten sich die Teilnehmer*innen mit Organisationen wie Missio, MISEREOR und Brot für die Welt vernetzen. Der VerbraucherService Bayern im KDFB und die Landfrauenvereinigung des KDFB informierten über ökologische Verbraucherfragen und Nachhaltigkeitsinitiativen wie den KDFB-Kaffee und die KDFB-Schokolade.

Der KDFB-Kongress war mehr als eine Informationsveranstaltung. Die Teilnehmer*innen nahmen konkrete Verpflichtungen mit: die Krise als Chance für den Vorwärtsschub nutzen, Nachhaltigkeitskriterien in den eigenen Organisationen konsequent umsetzen, Klima- und Umweltschutzpläne unterstützen und das Thema Klimagerechtigkeit breiter in die Bevölkerung tragen, gegen die Angst und für eine lebenswerte Zukunft.

Der Kongress fand auf Initiative von Sabine Slawik statt. Die stellvertretende KDFB-Landesvorsitzende zeigte sich zufrieden über den Verlauf: „Wichtig ist, aufeinander zuzugehen, die üblichen Kontaktkreise zu verlassen, einander zuzuhören und andere Perspektiven bewusst wahrzunehmen. Ziel ist es, Kompromisse zu erreichen und sie gemeinsam zu tragen.“ Auch Karin Post-Ochel, die Leiterin des Arbeitskreises „Eine Welt und soziale Verantwortung“ des KDFB Bayern, der diesen Kongress mit großem ehrenamtlichem Einsatz vorbereitet hat, zog ein positives Resümee: „Wir konnten gemeinsam Mut schöpfen und uns gegenseitig motivieren, den Weg der Transformation zu gehen. Nachhaltigkeit ist ein Grundprinzip!”

Bilder vom Kongress finden Sie hier.

Redaktion: Gerlinde Wosgien

Der Katholische Deutsche Frauenbund Landesverband Bayern ist mit 119.000 Mitgliedern der größte Frauenverband des Freistaats. Gegründet 1911 von Ellen Ammann, setzt er sich für Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen in Kirche, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ein.
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