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KDFB sorgt sich um Zukunft der Kirche

KDFB-Landesvorsitzende Emilia Müller; Foto: KDFB, Bardehle

München, 20.08.2019 - Leere Kirchenbänke, Missbrauch, Vertrauensverlust, Priestermangel, dazu die Prognose über einen rapiden Verlust an Kirchenmitgliedern. Das sind Fakten auf der Soll-Seite der Bilanz der katholischen Kirche. „Auf der Haben-Seite sehe ich vor allem engagierte Katholikinnen, denen die Zukunft ihrer Kirche am Herzen liegt. Das zeigen sie aktuell bei der Initiative Maria 2.0 und zusätzlich bei der Aktion ‚Maria, schweige nicht!‘ des Frauenbundes“, so die Vorsitzende des KDFB Landesverband Bayern, Emilia Müller.

Für sie ist dies ein hoffnungsvolles und Frieden sendendes Zeichen: Die Frauen verwandeln ihre Enttäuschung über jahrelange Missachtung nicht in Wut, sondern in Mut. Sie bringen ihre Standpunkte und Vorstellungen von gelingender Kirche deutlich zum Ausdruck, ihre Forderungen nach Frauen in Amt, auch mit Weihe und Würde. Emilia Müller kann die Ungeduld der fordernden Frauen gut nachvollziehen, denn „Zeit zum Nachdenken war ausreichend gegeben, jetzt ist es Zeit, um zu handeln!“ Auch die Präsidentin des KDFB, Maria Flachsbarth, steht voll hinter den Aktionen der Frauen.

Die Frauen des Katholischen Deutschen Frauenbundes, vor allem im Landesverband Bayern, sind seit vielen Jahren eine wesentliche Triebkraft in den Kirchengemeinden, so sieht das Emilia Müller. Die Frauen leben Glauben, geben ihn weiter, verleihen ihm Leben und ein vertrauenswürdiges Antlitz. „Wir als KDFB sind stolz auf diese Leistung unserer 160.000 Mitglieder“, so Emilia Müller.

Sie sieht mit Freude und gleichzeitig mit Sorge auf die jüngsten Entwicklungen in der Kirche. Ihre Sorge: Die Amtskirche erkennt die Zeichen der Zeit zu spät. Der Kirche bleibt als Handlungsoption wieder nur Reaktion und nicht zukunftsgewandte Kreativität und Erneuerung.

Ihre Freude: Die Bewegung Maria 2.0 und die damit verbundene KDFB-Aktion "Maria, schweige nicht!" hat die Frauen endlich aus ihrer langen frommen Zurückhaltung geholt, aus der Reserve gelockt. „Ich bin ehrlich gesagt überrascht über den breiten und offensichtlichen Zuspruch der Frauen an der Basis zu den Aktionen“, gibt Müller zu. Die damit verbundene Zuversicht werde leider untergraben durch Reaktionen wie die des Pfarrers in Forst an Maria Himmelfahrt. „Aber wir Frauenbund-Frauen schweigen nicht länger, und wir stehen solidarisch zu unseren Bundesschwestern, die sich Angriffen und Drohungen ausgesetzt sehen.“

Müller ist sicher: „Wenn Frauen und Männer gleichberechtigt Verantwortung, auch geistliche Verantwortung, in der Kirche übernehmen, hat sie wieder eine Chance auf Attraktivität und Glaubwürdigkeit. Diese Reformen sind meines Erachtens zwingend notwendig für eine Zukunft der katholischen Kirche, Ämter und Strukturen gehören da zusammen.“ Einzelne Dialogangebote stimmen Müller optimistisch und diese Zuversicht will sie im gesamten Frauenbund verankern.

Seit seiner Gründung 1911 setzt sich der KDFB Landesverband Bayern für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Politik, Kirche und Gesellschaft ein. Mit 160.000 Mitgliedern ist der Frauenbund der größte Frauenverband in Bayern.

Redaktion: Ulrike Müller-Münch

Offizielle Stellungnahme des KDFB-Diözesanverbandes Würzburg zu den Ereignissen in Forst (16.08.2019)

https://mk-online.de/meldung/frauenbund-chefin-kirche-braucht-reformen.html