Vorsätze

Vorsätze. – Für den Advent habe ich mir fest vorgenommen, dass ich ihn dieses Jahr ruhiger angehen lasse. Für Weihnachten stelle ich mir unaufwändige Vorbereitungen vor und den Jahreswechsel will ich auch ganz unaufgeregt verbringen. Im neuen Jahr wird es – diesen Vorsatz fasse ich heute ganz fest – nicht mehr so viel Stress geben: weniger Termine, bewusster essen und leben und mehr für mich und mit der Familie machen.
Kennen Sie das auch? Was nehmen Sie sich so vor? Gibt es bestimmte Zeiten, in denen Sie Vorsätze fassen? – Mir geht es oft am Ende und am Anfang eines Jahres so, dass ich darüber nachdenke, wie die vergangenen Monate gelaufen sind oder wie ich manches vielleicht auch künftig besser machen möchte. Der Jahreswechsel hilft mir, innezuhalten und zu reflektieren. Manches war genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte oder sogar noch schöner. Anderes würde ich im kommenden Jahr gern ändern.
Das ist das Schöne an Vorsätzen: Die Zukunft liegt vor einer, es ist wie bei noch unbeschriebenen Seiten eines neuen Tagebuches. Ich kann planen, mir Dinge vornehmen, Ziele setzen, das alte Jahr gut ausklingen lassen, während das neue schon in seiner ganzen Fülle vor der Tür steht. Was für eine Verheißung! Und sagen Sie jetzt nicht, dass Sie nie gute Vorsätze haben…
Diese Verheißung, dass alles gut werden kann, die erleben wir jedes Jahr auch an Weihnachten: Jesus wird geboren – der Retter der Welt. Hirten und Könige lassen sich von dieser guten Botschaft beeindrucken und bewegen. Menschen halten inne – egal woher sie kommen, wohin sie gehen und was sie gerade beschäftigt. Mir ist das Lied „Seht ihr unsern Stern dort stehen“ (Gotteslob 262) in den Sinn gekommen. Sie kennen es vielleicht auch von den Sternsingern. Da ist auch von der Hoffnung auf ein neues Leben die Rede und dass Welten ihren Lauf ändern – wegen der Geburt eines Kindes.
Lassen Sie uns am Ende des alten und am Anfang des neuen Jahres noch ein paar Worte an Gott richten, die uns diese Hoffnung geschenkt hat:
Du, Gott, Mittragende, wir schauen auf das Jahr, das hinter uns liegt, mit allem, was da war. Danke, dass du unseren Weg mit uns gehst – egal, was geschieht.
Du, Gott, Hoffnungsstifterin, wir legen auch das neue Jahr in deine Hände – in der Gewissheit, dass du neues Leben schenkst und bei uns bist.
Du, Gott, Mitleidende, wir denken und fühlen mit denen, die Leid, Vertreibung, Hass und Missbrauch erleben – egal, wo sie sind. Gib ihnen ein Zeichen der Hoffnung und Menschen, die auf ihrer Seite sind.
Du, Gott, Friedensstifterin, wir sehnen uns nach Frieden und erfahren doch von so viel Hunger, Elend und Gewalt überall auf der Welt. Lass sich Welten ändern – und Frieden werden auf Erden.
Amen.
Ich wünsche Ihnen einen besinnlichen Advent, ein froh machendes Weihnachtsfest und ein gesegnetes neues Jahr!
Regina Ries-Preiß
