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Töchter – Mütter – Großmütter – das Band, das uns verbindet

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Kann es etwas Komplizierteres geben als die Beziehung zwischen den verschiedenen Generationen von Frauen in einer Familie? Oft liegen Welten zwischen Töchtern, Müttern und Großmüttern! Und dann gibt es da doch ein Band, das sie zusammenhält…

  • Als junge Frau war ich mir sicher, dass ich nie, nie, nie so werde wie meine Mutter…
    Mittlerweile erkenne ich sie – nicht nur in Äußerlichkeiten – immer wieder in mir…
  • Meine Mutter war sich sicher, dass sie nie, nie, nie so werden würde wie ihre Mutter…
    Mitterweile… - genau!
  • Meine Tochter … - auch da: genau dasselbe!

Mir ist der Weltgebetstag aus Madagaskar eingefallen: Es ging um Ahn*innen und das madagassische Wort „Fihavanana“. Es bedeutet: „das Band, das uns verbindet“. Es ging um Großfamilien und um die Verbindung von Frauen mit Menschen rund um den Erdball. Das Band, das Töchter, Mütter, Großmütter und Ahninnen verbindet, ist das Geschenk des Lebens. Ohne die Sorge von Müttern könnte ihr Nachwuchs nicht überleben; es gäbe keine Familien - keine Zukunft. Mütter ermöglichen Leben.

„Affidamento“ - noch so ein Begriff: Hinter jeder Frau, die sich verwirklichen möchte, steht eine andere, „größere“, die dieses Begehren schon verwirklich hat, und stärkt sie. – Was für ein Band! Mehr als Verwandtschaft, mehr als Frauensolidarität. - Kann es etwas Schöneres geben als das Zueinander-Halten von Frauen, die dieselben Einstellungen und Lebensthemen haben?

In der Bibel gibt es die ungewöhnliche Freundschaft von Rut und Noomi (Buch Rut): eine junge und eine alte Frau begegnen sich – immer mehr auf Augenhöhe - um gemeinsam den Weg in die Zukunft zu gehen.

Mein Wunsch für uns Frauen: Lassen Sie uns das Band - in der Familie, im Frauenbund, über Grenzen hinweg – pflegen! Es geht um nichts Geringeres als Leben!

Regina Ries-Preiß

 

Regina Ries-Preiß

Dipl.-Theologin
Tel. 089 / 28 623 748
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