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Gründonnerstag - Diakon*innentag

Foto: pfarrbriefservice.de

Ist der Tag der Diakonin nicht am 29. April? Dem Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena?

Warum also soll gerade der Gründonnerstag der „Diakon*innen-Tag“ sein?
Diakon*in sein:

  • heißt Dienende*r zu sein, Helfer*in
  • schafft die Verbindung von Liturgie (Seelsorge) und Diakonie (sozialem Tun)
  • ermöglicht Begegnung in der Alten- und Krankenseelsorge, bei Hausbesuchen, im Kümmern um die, die am Rand der Gesellschaft Stehenden

In Joh 13 finden wir die „Gründonnerstags-Bibelstelle“: Jesus entledigt sich nach dem gemeinsamen Mahl seiner Kleider, bindet sich eine Schürze um und beginnt die Füße der Jünger*innen zu waschen. Aus einer Geste der Gastfreundlichkeit wird das Symbol für die Liebestat Jesu und für die innere Reinheit der Empfangenden. Christ*innen sind dazu aufgerufen, einander und allen Menschen in tätiger Nächstenliebe zu dienen.

„Normalerweise“ gibt es in der Gründonnerstags-Liturgie das Ritual der Fuß-Waschung (oft abgewandelt in eine Hand-Waschung). Erst seit 2016 sind Frauen bei diesem Ritus der Fußwaschung auch offiziell zugelassen. Wir kennen die alte Logik: Nur Männer waren beim Abendmahl dabei und können Christus folgen. Die Wirklichkeit sah und sieht anders aus: gerade Frauen sind diakonisch tätig und wenden sich Menschen helfend zu. - Aber was ist gerade schon „normal“?

Was kann „Fuß-Waschung“ für uns gerade jetzt heißen?

  • Etwas für andere tun, das mir sonst schwer fällt?
  • Mich als Helfer*in zu begreifen – nicht als Macher*in?
  • Die Gemeinschaft zu schätzen, in der ich mich gerade jetzt befinde?

Damals war am Gründonnerstag die Welt noch in Ordnung – so scheint es.
Aber nur einen Tag später wurde sie aus den Angeln gehoben.
Die Zeit steht still.
Diakon*innen sind Zeug*innen der liebevollen Zuwendung Gottes zu uns Menschen.
Sie halten Leid mit aus, sind da, begleiten, trösten und segnen.

Wenden auch wir uns – in Gedanken, Worten und Werken – den Menschen zu!

Regina Ries-Preiß

Zum Tag der Diakonin am 29.04.20 gibt es eine Arbeitshilfe zum Download unter www.frauenbund-bayern.de/themen-und-projekte/tag-der-diakonin/

Ostern fällt nicht aus - natürlich nicht!

Foto: Pixabay

Es gibt eine Vielzahl von liturgischen Möglichkeiten für die Kar- und Ostertage: Bekannt sind die Gottesdienste, die am Fernseher, im Radio oder im Internet „miterlebt“ werden können. Aber genau da ist der Haken: Diese Feiern werden von einer Handvoll Priester mit liturgischem Dienst tatsächlich vollzogen. Das Volk Gottes, das normalerweise dabei ist, fehlt völlig.

Verstehen Sie mich nicht falsch: es braucht diese Übertragungen – als Zeichen dafür, dass es noch Eucharistiefeiern gibt; als Zeichen dafür, dass die Eucharistie das Zentrum jedes Gottesdienstes sein soll (wo es möglich ist). Vielleicht ist jetzt die Zeit, in der wir die Not derer nachvollziehen können, die diese Situation schon länger aushalten müssen: Gemeinden in Amazonien und in jeder Diaspora. - Gottesdienst braucht neue Formen. Die, die uns am nächsten sind, können als Haus-Kirche miteinander beten, singen, Zeichen setzen. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18,20)

Guter Gott, es fehlt mir:
das Gefühl, das ich mit der Karwoche und Ostern verbinde:
wenn sich am Gründonnerstag alle zum letzten Abendmahl versammeln
wenn mir die Hände symbolisch gewaschen werden
wenn am Karfreitag alles aus zu sein scheint
wenn sich jede*r still vor dem Kreuz verneigt
wenn am Ostermorgen das Feuer lodert
wenn die Kirche von den Osterlichtern hell und heller wird
wenn wir gemeinsam Frühstück halten

wenn wir am Ostermontag zum Emmaus-Gang aufbrechen
Lass mich den Dienst an dir und mit dir so feiern, wie es gerade möglich ist.
Lass mich das Gewohnte vermissen,
aber lass mich auch die Chance des Neuen spüren.
Sei bei mir und bei allen, die sich in deinem Namen versammeln  - sei du mitten unter uns.
Amen.

Verbunden im österlichen Glauben an die Auferstehung grüße ich ganz herzlich und mit großer Zuversicht, dass sich die Zeiten bessern werden!

Regina Ries-Preiß

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