KDFB

Mehr Rentengerechtigkeit für ältere Mütter

Bayerns größter Frauenverband lässt nicht locker. Er hält seine Forderung „Mütter brauchen drei Rentenpunkte für jedes Kind“ aufrecht, auch nachdem seit 2014 der zweite Rentenpunkt für ältere Mütter erreicht ist. Der Katholische Deutsche Frauenbund fordert seit einigen Jahren: Die Ungerechtigkeit bei der rentenrechtlichen Anrechnung der Erziehungszeit zwischen den Generationen muss verschwinden.

Die Lebensleistung von Müttern, die vor 1992 ihre Kinder zur Welt brachten, müssen bei der Rente ebenso mit drei Entgeltpunkten pro Kind bewertet werden wie die Erziehungsarbeit jüngerer Frauen. Dem KDFB ist diese Anerkennung so wichtig, weil diese Mütter oftmals auf eine eigene Berufsausübung verzichtet oder diese erheblich reduziert haben zugunsten von Erziehungs- und Familienarbeit. Denn: Als ihre Kinder klein waren, hat es Kinderbetreuung im heute üblichen Umfang nicht gegeben. Und: In ihrer Lebensplanung vertrauten diese Frauen auf die damalige Rechtslage der Hinterbliebenenversorgung.

Dass Frauen, die die Sorge um die Familie stets in den Vordergrund stellten, nicht zu den Verliererinnen der Gesellschaft werden, ist ein zentrales Anliegen des KDFB.

KDFB reagiert auf Ausweitung der Mütterrente (August 2018)

KDFB begrüßt Ausweitung der Mütterrente (Pressemitteilung des KDFB-Bundesverbandes vom 29.08.2018)

Rentenpaket: Wichtiger Etappensieg für die Mütterrente (Pressemitteilung des KDFB Landesverband Bayern vom 30.08.2018)

Mütterrente II in Sondierungsgesprächen - Erklärung der KDFB-Landesvorsitzenden Dr. Elfriede Schießleder (16.01.2018)

Im Katholischen Deutschen Frauenbund Landesverband Bayern kämpfen wir seit Jahren für eine Gleichbehandlung aller Mütter bei der Rentenanrechnung ihrer Kinderziehungs-Leistung und haben mit der Mütterrente 2014 einen großen Etappensieg errungen. Dabei war für uns immer klar: Diesen Weg wollen, müssen und werden wir weitergehen, bis Gerechtigkeit für alle Mütter erreicht ist!

Vor diesem Hintergrund begrüßen wir die Planungen zu einer Mütterrente II im aktuellen Ergebnispapier der Sondierungsgespräche von Union und SPD ganz ausdrücklich. Aber auch damit wird die Gleichstellung ALLER Mütter noch nicht erreicht, denn Mütter, die vor 1992 ein oder zwei Kinder zur Welt gebracht haben, werden von dieser Verbesserung ausgeschlossen.

Nachdem bereits andernorts Nachbesserungen angemahnt werden, plädieren wir auch hier dafür, diese einschränkende Entscheidung aus Gerechtigkeitsgründen noch einmal zu überdenken.

Der weitere Blick auf die Generationengerechtigkeit macht es unabdingbar, dass die Leistungen der Mütterrente II aus Steuermitteln und nicht aus der Rentenkasse zu finanzieren sind. Die Frage der Finanzierung bleibt im Ergebnispapier noch offen und muss möglichst schnell konkretisiert werden.

Für uns steht fest: Für die Mütterrente ist die Rentenkasse der falsche Topf: Die Anerkennung von Erziehungsleistung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht nur von den Schultern der aktuellen Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern, sondern von der Gesellschaft als Ganzes gestemmt werden muss.

Beteiligung an Unterschriftenaktion "Für eine gerechte Mütterrente"

"Für eine gerechte Mütterrente" – so lautete im Frühjahr 2016 die Unterschriftenaktion einer Initiative, an der sich auch der Bayerische Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes intensiv beteiligt hat. Knapp 110.000 Unterschriften wurden Anfang Juni 2016 an Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, übergeben. Adressatin war Bundeskanzlerin Angela Merkel.

KDFB-Landesvorsitzende begrüßt Äußerung von Ministerpräsident Seehofer

Ministerpräsident Horst Seehofer hat sich am 26. Januar 2017 beim Festakt zum 70-jährigen Bestehen des VdK Bayern für einen weiteren Ausbau der Mütterrente stark gemacht: „Es ist unerträglich, wenn Mütter am Ende eines arbeitsreichen Lebens für Kinder und Familie noch um ihre Existenz bangen müssen. Deshalb fordere ich: Allen Müttern sollen künftig drei Jahre für die Kindererziehung angerechnet werden – unabhängig vom Geburtsdatum des Kindes. Damit verbessern wir die Rente von knapp 10 Millionen Frauen und erkennen ihre wichtige Lebensleistung an". KDFB-Landesvorsitzende Elfriede Schießleder begrüßt diese Äußerung sehr: "Wir freuen uns, dass Ministerpräsident Seehofer unsere langjährige Forderung nach einer Angleichung der Mütterrente aufnimmt und rechnen folglich damit, dass diese Forderung sich im Wahlprogramm von CDU/CSU wiederfinden wird. Die bestehende Ungerechtigkeit kann, auch angesichts der guten Kassenlage, nicht länger hingenommen werden.“

KDFB fordert vor Bundestagswahl mehr Rentengerechtigkeit

Anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl verstärkt der Katholische Deutsche Frauenbund sein Engagement für eine bessere Alterssicherung von Frauen. Der Bundesausschuss des KDFB setzte sich in seiner Sitzung vom 25. März 2017 für den Ausbau eigenständiger Rentenansprüche von Frauen ein. Mit Verweis auf die Handlungsempfehlungen der Sachverständigenkommission für den Zweiten Gleichstellungsbericht plädiert der KDFB für das konsequente Zusammendenken von Sorge- und Erwerbsarbeit in der Lebensverlaufsperspektive. Um das erhöhte Altersarmutsrisiko von Frauen zu verringern, braucht es in einer Gesellschaft des langen Lebens passgenaue Maßnahmen für unterschiedliche Jahrgangskohorten.

Appell an Bundestagskandidatinnen und -kandidaten, sich für 3. Rentenentgeltpunkt für ältere Mütter einzusetzen

Der KDFB appelliert an alle Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl für den 19. Deutschen Bundestag, sich für eine Rentenpolitik einzusetzen, die die unterschiedlichen Lebensverläufe verschiedener Generationen von Frauen besser berücksichtigt. Dazu gehören aus Sicht der KDFB-Führungsfrauen folgende Aspekte: 

  • Die Ausweitung der Anrechnung von Sorgearbeit in der gesetzlichen Rente durch einen aus Steuermitteln finanzierten 3. Entgeltpunkt auch für vor 1992 geborene Kinder. Dies wäre ein Nachteilsausgleich für ältere Generationen von Frauen, die ihre Berufstätigkeit zugunsten von Sorgearbeit stark reduziert oder gänzlich aufgegeben haben.
  • Die Anrechnung von Rentenanwartschaften für Pflegeleistungen auch nach Rentenantritt der Pflegeperson.
  • Die Umsetzung der bereits 2013 im Koalitionsvertrag vereinbarten Reform des Teilzeit- und Befristungsgesetzes mit einem Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit. Auf diese Weise kann der berufliche Wiedereinstieg für die heute zwischen 40 und 55-jährigen Frauen nach Phasen verstärkter Sorgearbeit oder ehrenamtlichen Engagements deutlich verbessert werden. Parallel ist ein verpflichtender laufender Versorgungsausgleich für zukünftige Ehen anzustreben (Rentensplitting).
  • Die Einbeziehung der Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung, die bislang keinem anderen Altersvorsorgesystem angehören. Dies käme insbesondere der Generation jüngerer Frauen (und Männer) zu Gute, die in vielen der heutigen Berufsfelder phasenweise freiberuflich arbeiten (Arbeitswelt 4.0).   

Lobbyarbeit des Landesverbandes für die Mütterrente im Wahljahr 2017

In einem Brief an bayerische Bundestagsabgeordnete erneuerte KDFB-Landesvorsitzende Elfriede Schießleder Ende Mai 2017 den Wunsch nach einer endgültigen Gleichstellung für alle Mütter bei der Rentenanrechnung unabhängig vom Alter ihrer Kinder.  Die Finanzierung einer gerechten rentenrechtlichen Anrechnung von Lebens- und Erziehungsleistung dürfe allerdings nicht versicherungsfremd über die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler in der Rentenversicherung erfolgen. Vielmehr müsse sie - auch mit Blick auf die Gerechtigkeit zwischen den Generationen - auf mehrere Schultern verteilt und damit aus Steuermitteln finanziert werden. 

Weitere Informationen zum KDFB-Engagement für eine gerechte Mütterrente finden Sie auf der Website des Bundesverbandes des KDFB 

KDFB-Frauen setzen sich seit einigen Jahren für drei Rentenpunkte für jedes Kind ein, unabhängig vom Alter der Kinder und der Kinderanzahl; Foto: Bardehle