KDFB

Bündnis Bildungszeit

Das Bündnis „Bildungszeit für Beschäftigte in Bayern“ setzt sich für eine gesetzlich geregelte Bildungsfreistellung in Bayern ein; Foto: DGB Bayern

Ein einheitliches Recht auf bezahlte Bildungsfreistellung – dafür setzt sich der KDFB Landesverband Bayern seit einiger Zeit ein. Bei einer Veranstaltung am 1. Dezember 2017 im Münchner Presseclub machte die damalige KDFB-Landesvorsitzende Elfriede Schießleder deutlich: „Es ist höchste Zeit für ein Bildungsfreistellungsgesetz! Nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch das Ehrenamt lebt von den Kompetenzen und Fähigkeiten seiner Aktiven. Deshalb darf der Erwerb von Fachwissen für diese Tätigkeiten und die politische Bildung nicht weiterhin wie eine Privatangelegenheit behandelt werden.“ 

Gemeinsam mit dem DGB Bayern stellte der KDFB Landesverband Bayern in den vergangenen Monaten ein breites und buntes zivilgesellschaftliches Bündnis aus 21 Organisationen aus den verschiedensten Bereichen des Ehrenamts und der Gewerkschaften auf die Beine, um gemeinsam für die Schaffung eines bayerischen Bildungszeitgesetzes zu kämpfen. Am 26. September 2018 stellte das Bündnis bei einer Pressekonferenz in München seine zentralen Forderungen vor.

Der bayerische DGB-Vorsitzende Matthias Jena betonte dabei: „Die Beschäftigten in Bayern fordern jetzt ihr Recht auf die persönliche Weiterbildung ein. 14 andere Bundesländer machen bereits seit vielen Jahren vor, dass das richtig und möglich ist. Angesichts einer sich immer schneller wandelnden Lebens- und Arbeitswelt steigen die Qualifikationsanforderungen an die Beschäftigten, und zwar nicht nur im Beruf, sondern auch im Privatleben und bei ehrenamtlichen Tätigkeiten. Beschäftigte brauchen endlich auch in Bayern einen gesetzlich garantierten Anspruch auf Bildungszeit, unabhängig davon in welchem Betrieb sie arbeiten."

In Bayern bislang kein gesetzlicher Anspruch auf Freistellung für Weiterbildung

Bisher haben Beschäftigte in Bayern keinen gesetzlichen Anspruch darauf, sich von der Arbeit für eine Weiterbildung freistellen zu lassen. Das Bündnis fordert 10 Tage Bildungszeit in zwei Jahren für alle Beschäftigten. Sie sollen qua Gesetz die Möglichkeit bekommen, sich beruflich, politisch, allgemein oder für das Ehrenamt weiterzubilden.

KDFB: Bildungsfreistellung für Ehrenamt enorm wichtig

Emilia Müller, die Vorsitzende des KDFB Landesverband Bayern, unterstreicht die Bedeutung der Bildungsfreistellung für das Ehrenamt: „Das Ehrenamt leistet in Bayern enorm viel. Allerdings werden die Zeitfenster für bürgerschaftliches Engagement immer enger, während die Anforderungen steigen. Ein Bildungszeitgesetz schafft für alle die gleichen Chancen auf Aus- und Weiterbildung und trägt zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt bei. Dies ist insbesondere für das Ehrenamt und für die Frauen in Bayern wichtig.“

Bildungszeitgesetz auch für junge Menschen notwendig

Für Eva Jelen, Landesvorsitzende des Bund der Katholischen Jugend (BDKJ), muss das Bildungszeitgesetz auch aus Sicht der Jugend schnellstens umgesetzt werden: „Das Bildungszeitgesetz ist für junge Menschen die Chance, sich als Person, beruflich, politisch und gesellschaftlich fortzubilden. Dies ist auch eine Zukunftsinvestition für unsere demokratische Gesellschaft. So entstehen starke junge Menschen, die für die Gesellschaft, ihren Beruf und im Privaten eine Stütze sind und mit Veränderungen gut umgehen können."

Andreas Oberprieler, Geschäftsführer des Bayerischen Trachtenverbands, ergänzt im Hinblick auf die Erfahrungen, die sein Verband mit dem kürzlich erlassenen Gesetz zur Freistellung zum Zwecke der Jugendarbeit gemacht hat: „Viele unserer ehrenamtlich tätigen Funktionsträgerinnen und Funktionsträger nutzen dieses Gesetz, um bei Jugendbildungs- und Mitarbeiterbildungsmaßnahmen teilnehmen zu können, ohne dafür ihren Urlaub opfern zu müssen. Als Landesverband fordern wir, dass die Möglichkeit der Freistellung auch für den Bereich der Erwachsenen Anwendung finden kann. So wäre gerade bei den Vorständen, Kassierern und Schriftführern in unseren Vereinen eine gezielte Weiterbildung für ihre ehrenamtliche Tätigkeit leichter und effektiver machbar.“

Zentrale Forderungen des Bündnisses Bildungszeit

  • Eine gesetzliche Regelung zur bezahlten Bildungsfreistellung für mindestens 10 Tage in zwei Jahren
  • Anspruch auf Bildungszeit für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Auszubildende, dual Studierende und Beamtinnen und Beamte in allen privaten und öffentlichen Betrieben in den Verwaltungen in Bayern
  • Bildungsfreistellung für die berufliche, politische und allgemeine Weiterbildung und zur Aus- und Fortbildung für die Wahrnehmung ehrenamtlicher Funktionen

Weitere Informationen

Landeskomitee der Katholiken tritt "Bündnis Bildungszeit" bei (15.11.2018)

Statement der KDFB-Landesvorsitzenden Emilia Müller zum "Bündnis Bildungszeit"

Broschüre "Bündnis Bildungszeit für Beschäftigte in Bayern"

http://bayern.dgb.de/bildungszeitgesetz

KDFB-Pressemitteilung "Höchste Zeit für ein Bildungsfreistellungsgesetz" (01.12.2017)

Medienecho

https://www.welt.de/regionales/bayern/article181673242/Druck-auf-CSU-Gewerkschaften-und-Ehrenamtliche-fordern-Recht-auf-Weiterbildung.html

https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/breites-buendnis-fordert-bildungszeitgesetz-in-bayern,R4l7WgZ

KDFB-Landesvorsitzende Emilia Müller (re.) erläutert bei der Pressekonferenz des "Bündnis Bildungszeit" die Forderungen des KDFB Landesverband Bayern