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Hackathon #gleichistgleich

München, 12.02.2021

Echte Partnerschaft zwischen den Geschlechtern – echte Gleichstellung – mit Equal Care (Sorgearbeit), Equal Pay (Gehalt) und Equal Rights (Rechte). Eine Forderung, die den Frauenbund schon lange bewegt – umso mehr im Angesicht der Auswirkungen der Coronakrise auf die soziale Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft. 

Deshalb hat der Frauenbund Bayern, gefördert vom Bayerischen Sozialministerium, anlässlich des Frauenmonats März einen sogenannten Hackathon veranstaltet. Dabei haben hunderte Frauen ein Wochenende im digitalen Raum verbracht und an Konzepten für Gleichstellung in der Gesellschaft gearbeitet.

Danke

… an alle Teilnehmer*innen für euer Engagement – es war ein sehr inspirierendes Wochenende mit vielen tollen Ideen! Wir freuen uns sehr darauf zu sehen, wie eure Konzepte den Alltag verändern werden!

 

Zu den Konzept-Videos

Die Teilnehmer*innen haben zu ihren jeweiligen Konzepten auch Videos erstellt – ihr findet sie hier gesammelt zum Anschauen. Viel Spaß!

Themenblöcke zur Auswahl

  • Gleichstellung der Geschlechter in Arbeitswelt, Forschung und Bildung

    Gemischte Teams kommen schneller ans Ziel. Unternehmen mit einer ausgewogenen Quote an Frauen und Männern haben die Nasenspitze vorne im Vergleich zur Konkurrenz. Trotzdem sprechen die Zahlen noch immer für eine Einteilung in klassische Frauen- und Männerberufe. Frauen in der Metallverarbeitung oder Informatik? Ein seltener Anblick. Dabei gilt Ada Lovelace – eine Frau – als erste Programmiererin der Geschichte.

    Wie vielen männlichen Erziehern bist Du in deinem Leben schon begegnet? Männer, die in den Sozialbereich einsteigen, müssen sich für ihre Berufswahl nicht selten rechtfertigen.

    Es sind heute vor allem Frauen, die Sorge-Arbeit wie Krankenpflege und Erziehung leisten – jene Berufe, die im Vergleich zu Berufen mit ähnlichem Ausbildungsweg schlechter bezahlt sind. Wieso bleiben die Fortschritte gering, wo es schon lange Initiativen wie Girls‘ Day, Boys‘ Day gibt? Hast Du eine neue Idee?

    Als „berufliches Risiko“ wird insbesondere bei Frauen der Wunsch nach einem Kind eingestuft. Tatsächlich stecken überwiegend Mütter in der sogenannten „Teilzeitfalle“ fest, werden bei Beförderungen übergangen oder gleich nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Alleinerziehende Frauen und Männer trifft das besonders hart – Single-Mamas haben ein erhöhtes Risiko in Altersarmut zu enden. Schlussendlich zeigt auch die Corona-Krise – es sind überwiegend Mütter, die Arbeitsstunden reduzieren und Familien, die einer Doppelbelastung ausgesetzt sind. Wie war das mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Was muss sich ändern?

    Ein Blick auf die Ranglisten der bestbezahlten Vorstandsvorsitzenden zeigt – Frauen sind deutlich unterrepräsentiert. Bei Lehrstühlen an Universitäten und Forschungseinrichtungen sieht es trotz Förderprogrammen und anderen Maßnahmen nicht anders aus. Wie müssen sich die Strukturen für mehr Chancengleichheit in allen Fakultäten und Arbeitsfeldern verändern? Was braucht es, damit Führungspositionen – Positionen mit echter Entscheidungsmacht – gerecht vergeben werden? Wie kann die Forschung zu gendersensiblen Themen ein gesellschaftliches Umdenken unterstützen und sich Gehör verschaffen?

    Komm ins Team und gestalte die Forschungs- und Arbeitswelt von morgen!

    Der Text erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit und unterliegt der subjektiven Sicht des Autor*innen-Teams. Einzelne Textpassagen sind bewusst provokant geschrieben und laden zur Diskussion ein. Du würdest etwas anders sehen? Teile es mit! Bring deine eigene Meinung im Sinne der Förderung von mehr Geschlechtergerechtigkeit in unserer Gesellschaft beim Hackathon ein.  

  • Gleichstellung der Geschlechter in der Partnerschaft und Erziehung

    Kein Mensch lebt völlig unabhängig von anderen. Viele der Arbeiten, die für ein sicheres und erfüllendes Leben notwendig sind, geschehen aber mehr oder minder im Hintergrund und werden nicht als wertschöpfend und produktiv für die Gemeinschaft erfasst. Es sind die Arbeiten der Versorgung, der Erziehung und Pflege, der sozialen Vernetzung, die unentgeltlich und zum großen Teil von Frauen geleistet werden.

    Die Corona-Krise hat die grundlegende Bedeutung dieser „Care-Arbeit“ mal wieder ans Licht gebracht. Verschiedene Medien berichten darüber, wie viel Zeit benötigt wird, um neben der beruflichen Arbeit für das tägliche Essen und den Haushalt zu sorgen, die Kinder im Homeschooling zu unterstützen, sie in der freien Zeit danach nicht alleine zu lassen und die Älteren und Pflegebedürftigen der Familien auch noch mit ihren Bedürfnissen im Blick zu haben. Was machen wir nun mit diesen Erkenntnissen?

    Denn klar ist: Wer Sorgearbeit leistet, zahlt drauf: Gegenwärtig, weil weniger verdient wird, und künftig, weil die Rente geringer ausfällt. Alleinstehende Mütter haben ein hohes Risiko, später in Altersarmut zu landen. Ist das echte Wertschätzung, die Sorgearbeit erhält? Was ist von Bedeutung in unserer Gesellschaft?

    Versuchen Frauen trotz Kindern und Familienbetreuung im Beruf durchzustarten, mangelt es nicht an erstaunten Kommentaren von außen. Wollen sie ganz in ihrer Mutterrolle aufgehen, wird das auch eifrig beurteilt. Egal wie – es gibt eine Meinung dagegen. Vätern geht es ähnlich, insbesondere, wenn sie bewusst Arbeitsstunden reduzieren wollen, um mehr Zeit in Kindererziehung und Haushalt zu investieren. Wie können diese Vorurteile und veralteten Rollenbilder aufgebrochen werden? Wie können die Bedürfnisse aller in einer Beziehung paritätisch vereint werden?

    Ideen? Her damit. Gemeinsam entwickeln wir sie weiter.

    Der Text erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit und unterliegt der subjektiven Sicht des Autor*innen-Teams. Einzelne Textpassagen sind bewusst provokant geschrieben und laden zur Diskussion ein. Du würdest etwas anders sehen? Teile es mit! Bring deine eigene Meinung im Sinne der Förderung von mehr Geschlechtergerechtigkeit in unserer Gesellschaft beim Hackathon ein. 

  • Gleichstellung im öffentlichen Raum, in Medien und Sprache

    Knappes Röckchen, offene Bluse, verträumter Blick – Frauen werden in der Werbung gern in Rollenklischees dargestellt, sei es im Fernsehen oder auf Werbeplakaten. Männer übrigens auch, als Abenteurer und Cowboys. 

    Der öffentliche Raum ist immer noch männlich geprägt. Das Ergebnis: Frauen und ihre Bedürfnisse haben auf die Stadtplanung zu wenig Einfluss. Sie wollen kurze Wege, einladende Plätze und vor allem keine dunklen Ecken. Wie lässt sich das verwirklichen? Was ist zu tun, damit sich alle wohlfühlen?

    Das Private, das Zuhause dagegen gilt seit jeher als weiblich. Der sogenannte „Hausmann“ wird in der Öffentlichkeit auch schon mal zum „Pantoffelheld“ erklärt. Aber bitte nicht darüber aufregen, liebe Männer, denn Emotionalität passt auch nicht ins Rollenklischee von „starken Mann“. Wieso entscheidet eigentlich das Geschlecht, wer was kann? Geht es auch anders?

    Gerade in der Corona-Krise zeigt sich, dass es für Frauen schwerer ist, sich in der Öffentlichkeit zu behaupten. In den Medien erklärten zunächst meist männliche Experten einem Millionenpublikum die Pandemie. Mittlerweile wird deutlich, dass es durchaus auch weibliche Expert*innen gibt! Der deutsche Fernsehfilm ist da noch nicht so weit. Der Frauenanteil bei zentralen Filmfiguren liegt bei etwa einem Drittel. Fortsetzung folgt in den Sozialen Medien: Frauen sind in den 100 beliebtesten Musikvideos Deutschlands deutlich unterrepräsentiert. Wer als Influencer*in Erfolg haben will, muss häufig Erwartungen erfüllen, die an Rollenbilder aus den Fünfzigerjahren erinnern. Das trifft Frauen und Männer gleichermaßen. Hast Du Anregungen, wie wir das durchbrechen?

    Ein ganz entscheidender Schlüssel für die Gleichstellung ist Sprache. Erwiesen ist: Menschen stellen sich vor, wer konkret benannt, Beispiel: „Virologinnen und Virologen“ ist eine Gruppe von Frauen und Männern. „Die Virologen“ hingegen erzeugen männliche Bilder im Kopf. Wie lässt sich das Gender*n weiter in den Köpfen verankern? Welche Türen kann Sprache noch öffnen? Bring Dich ein und entwickle neue Ansätze im Team.

    Der Text erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit und unterliegt der subjektiven Sicht des Autor*innen-Teams. Einzelne Textpassagen sind bewusst provokant geschrieben und laden zur Diskussion ein. Du würdest etwas anders sehen? Teile es mit! Bring deine eigene Meinung im Sinne der Förderung von mehr Geschlechtergerechtigkeit in unserer Gesellschaft beim Hackathon ein. 

  • Gleichstellung der Geschlechter in der Politik

    Der Anteil an Frauen in politischen Entscheidungsgremien in Deutschland ist mehr als ernüchternd: Gerade einmal neun Prozent Frauen bekleiden das Amt der Bürgermeisterin. Im Bundestag und in den Länderparlamenten liegt der Frauenanteil bei etwa 30 Prozent.

    „Frauen gehören überall dorthin, wo Entscheidungen getroffen werden. Es darf nicht sein, dass das eine Ausnahme ist.“ Das forderte die im September 2020 verstorbene US-amerikanische Juristin Ruth Bader Ginsburg. Sie war so eine Ausnahme: 27 Jahre war sie Richterin am Supreme Court. Ihr Aufruf ist immer noch aktuell. Die Bundesrepublik hat schon vor mehr als 25 Jahren auf die Lage reagiert und in Artikel 3 des Grundgesetzes festgeschrieben: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Gebracht hat all das wenig. Wie sieht ein praktikabler Lösungsweg aus? Welche Maßnahmen sind notwendig, damit die Geschlechter in der Politik gerecht vertreten sind?

    Mit der im Juli 2020 verabschiedeten Gleichstellungsstrategie der Bundesregierung sollen nun neue Maßstäbe für die Gleichberechtigung gesetzt werden. Lässt sich damit die seit Jahrzehnten währende Diskrepanz beheben? Was glaubst Du? Hast Du andere Ideen als die Regierung? Welche Hürden müssen beseitigt werden, die den Weg zu Parität in den Parlamenten verbauen? Spielen Quoten und Förderung politischer Talente in Deinen Visionen für Deutschlands Zukunft eine Rolle? Bring Dich ein und teile Deine Gedanken für eine gleichberechtigte Politik – eine Politik mit Zukunft.

    Der Text erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit und unterliegt der subjektiven Sicht des Autor*innen-Teams. Einzelne Textpassagen sind bewusst provokant geschrieben und laden zur Diskussion ein. Du würdest etwas anders sehen? Teile es mit! Bring deine eigene Meinung im Sinne der Förderung von mehr Geschlechtergerechtigkeit in unserer Gesellschaft beim Hackathon ein. 

  • Gleichstellung der Geschlechter in der Kirche

    Die Außenwahrnehmung der katholischen Kirche ist eindeutig maskulin: Papst, Bischöfe, Kardinäle, Pfarrer. Für Frauen ist in Deutschlands größter Glaubensgemeinschaft kaum Platz. Denn für das weibliche Geschlecht ist es unmöglich, zur Priesterin geweiht zu werden.

    Dabei tragen alle Getauften das Gewand Christi, alle Gefirmten sind mündige Verkünder*innen der Botschaft Gottes. Weder das Geschlecht noch die sexuelle Orientierung dürfen dabei eine Rolle spielen. Nur eine partnerschaftliche, offene Kirche ist eine Kirche mit Zukunft. Aber wie gelangen wir dorthin? Ein weiter Weg, den Du aktiv mitgestalten kannst.

    Immerhin dürfen seit einigen Jahrzehnten auch Mädchen den Dienst am Altar verrichten und können als Ministrantinnen aktiv zum Kirchenleben beitragen. Bis dies allerdings akzeptiert war, gab es viele hitzige Debatten zu führen. Vielleicht ist gerade jetzt die Zeit, eine weitere große Veränderung in der Kirche auf den Weg zu bringen? Zeit für Aufbruch? Hast du Ansätze, wie eine neue Sonntagskultur aussehen kann, wie sich Bräuche in die Moderne übersetzen und Glaube neu interpretieren lassen? Ist es machbar, unseren Alltag ins Gebet einzubringen? „Gott wohnt auch zwischen den Kochtöpfen“, sagte die Kirchenlehrerin Theresia von Avila. Sicher auch im Büro, am Pflegebett und in der Uni. Beteilige Dich mit Kreativität und Erfindertum am Thema.

    Findest Du in Zusammenarbeit mit anderen Gleichgesinnten den Schlüssel für eine zukunftsorientierte Kirche?

    Der Text erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit und unterliegt der subjektiven Sicht des Autor*innen-Teams. Einzelne Textpassagen sind bewusst provokant geschrieben und laden zur Diskussion ein. Du würdest etwas anders sehen? Teile es mit! Bring deine eigene Meinung im Sinne der Förderung von mehr Geschlechtergerechtigkeit in unserer Gesellschaft beim Hackathon ein. 

Der Hackathon wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales.

Der Katholische Deutsche Frauenbund Landesverband Bayern ist mit 160.000 Mitgliedern der größte Frauenverband des Freistaats. Gegründet 1911 von Ellen Ammann, setzt er sich für Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen in Kirche, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ein.
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