KDFB

100 Jahre Frauenwahlrecht: Ellen Ammann als Vorbild

Leben und Wirken von Ellen Ammann beeindruckte die Geschäftsführerin des Hauses der Familie Brigitt Schwarzmann, Frauenministerin Emilia Müller, KDFB-Landesvorsitzende Elfriede Schießleder und die Direktorin der Akademie für politische Bildung Tutzing, Ursula Münch (v.l.n.r.); Bild: Karin Schott

München, 06.03.2018. – Ellen Ammann, die Gründerin des Katholischen Deutschen Frauenbunds Landesverband Bayern (KDFB), war eine bedeutende Persönlichkeit ihrer Zeit: „Pionierin, Netzwerkerin und Trendsetterin in sozialen Fragen ‑ und eine der ersten Frauen, die nach der Einführung des Frauenwahlrechts in den ersten demokratisch gewählten bayerischen Landtag eingezogen ist,“ so KDFB-Landesvorsitzende Elfriede Schießleder. Ellen Ammanns vielschichtiges Erbe wirkt bis heute fort. Dies würdigt der KDFB-Landesverband zum Weltfrauentag 2018 mit einer eigenen Wanderausstellung, die gestern, Montag, in München von Frauenministerin Emilia Müller feierlich eröffnet wurde.

„Ellen Ammanns Erbe wirkt bis heute fort. Sie gründete bekannte Institutionen wie die Bahnhofsmission oder die Katholische Stiftungshochschule. Für den KDFB-Landesverband ist auch 107 Jahre nach seiner Gründung durch Ellen Ammann Auftrag und Verpflichtung, politische Teilhabemöglichkeiten konsequent zu nutzen und in den Dienst für eine demokratische und plurale Gesellschaft, in der Frauen und Männer gleichberechtigt sind, zu stellen“, erläuterte Schießleder in ihrer Vorstellung der Ausstellung.

Die Bedeutung von gesellschaftspolitischen Pionierinnen wie Ellen Ammann hob im Anschluss Sozialministerin Müller, selbst KDFB-Mitglied, in ihrem Grußwort hervor: „Die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern gehört zu den wertvollsten Errungenschaften des 20. Jahrhunderts. Das haben wir selbstbewussten Frauen wie Ellen Ammann zu verdanken. Sie ist auch heute noch ein Vorbild. Denn die Kompetenzen, Ideen und Fähigkeiten von Frauen werden dringend gebraucht – in den Führungsetagen der Privatwirtschaft und in der Politik. 

Die Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, Ursula Münch, richtete in ihrem Vortrag den Blick auf die Gegenwart und die Rolle der Frauen in der heutigen Politik: „Wie gut Frauen in Parlamenten und Regierungen repräsentiert werden, hängt nicht allein vom Wahlverhalten der Wählerinnen ab, sondern auch vom Wahlsystem sowie von der Rekrutierungs- und Aufstellungspraxis der Parteien bzw. auch der Regierungschefs. Die Bedeutung des Themas zeigt sowohl die Diskussion über „Parité in den Parlamenten“ als auch die aktuelle Auseinandersetzung über eine Reform des Wahlsystems von Baden-Württemberg.“

In enger Verbindung zum Erbe von Ellen Ammann steht auch der Ort, von dem aus die Ausstellung in viele Orte in Bayern und der Pfalz auf die Reise geht, dem neuen Stammsitz der Familienbildungsstätte Haus der Familie: „Von Münchner Frauenbundfrauen gegründet und nach jahrelangem Sitz im Rückgebäude des Ellen-Ammann-Hauses freuen wir uns sehr, dass die offizielle Eröffnung in Kooperation mit dem Bayerischen Sozialministerium hier in Obersendling, einem Viertel in großem Um- und Aufbruch, stattfindet,“ so Geschäftsführerin Brigitt Schwarzmann. Die Ausstellung ist bis 16. März im Haus der Familie (Machtlfinger Straße 5, 81379 München) zu den Geschäftszeiten öffentlich zugänglich.

Der KDFB Landesverband Bayern ist mit 165.000 Mitgliedern der größte Frauenverband in Bayern. Seit seiner Gründung ist er aktiv für die Gleichstellung von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft. Viele bayerische Politikerinnen aller Parteien haben ihr gesellschaftspolitisches Engagement im Frauenbund begonnen.

Redaktion: Ulrike Müller-Münch

Präsentation von Prof. Dr. Ursula Münch zum Thema "Vom Stillstand zum Rückschritt? Politische Partizipation und Repräsentation von Frauen in der Bundesrepublik Deutschland"

Weitere Informationen zur Ellen-Ammann-Ausstellung